Boas, einer der besten Seehundsfänger in Kangek.
(Nach einer Photographie von C. Ryberg.)
Eine andere Art der Vogeljagd, die, falls man Uebung darin hat, im Grunde ein noch größerer Sport ist, wird mit dem Vogelpfeil betrieben, doch ist hierzu noch mehr Uebung erforderlich. Hierin sind jedoch die Kangeken wahre Meister. Es ist ein wahres Vergnügen, sie ihre Vogelpfeile werfen zu sehen.
Nach einem dreiwöchentlichen Aufenthalt in Kangek kehrte ich wieder zurück. Bei der Gelegenheit erhielt ich einen guten Beweis von dem Aberglauben der Grönländer. Als ich in Godthaab ankam, wurde ich wie gewöhnlich von einer ganzen Schar von Grönländerinnen empfangen. Ich muß unfreundlicher und wortkarger als gewöhnlich gewesen sein, vielleicht war ich auch, da ich den ganzen Tag auf Jagd nach Vögeln umhergestreift hatte, ermüdet. Die Grönländerinnen waren sich aber sofort darüber einig, daß ich einem großen, unheimlichen Kobold begegnet sein müsse oder einem Wesen, das auf den Inseln da draußen hausen und den einsamen Kajakmännern erscheinen soll, die sich in die Nähe dieser Inseln wagen (sie nennen dies Wesen Tupilik, weil es in der Form einem Zelt gleicht). Kehren die Jäger heim, nachdem sie dies Wesen gesehen haben, so pflegen sie noch lange nachher stumm zu sein. Hieran glauben die Grönländer steif und fest, und die Kajakmänner nähern sich aus diesem Grunde niemals allein diesen Inseln und wollten es auch mir nicht erlauben, so viel allein umherzustreifen, wie ich es that, jetzt hofften sie, daß ich mein Lehrgeld bezahlt hätte.
[94] Man lese nur die Beschreibung, die Lieutenant Bluhme im Jahre 1864 von ihm macht.
[95] Er starb noch bevor wir Grönland verließen.
[96] Das Ruder wird unter den an dem Kajak befestigten Querriemen gesteckt, so daß es gegen die Seitenwand des Kajaks liegt. Durch den Widerstand, welchen das Ruderblatt im Wasser leistet, trägt das Ruder sehr dazu bei, die Lage des Kajaks zu befestigen.
Kapitel XXXI.
Abermals auf dem Wege nach dem Inlands-Eise. Umiarsuit! Umiarsuit! (Schiff! Schiff!) Die Heimreise.
ir hatten uns lange mit dem Gedanken getragen, wenn der Frühling kommen würde, eine Schneeschuhtour über das Inlandseis zu unternehmen, um zu untersuchen, ob diese Jahreszeit nicht die geeignetste zur Befahrung der äußeren Theile des Eises sei. Nach allem, was wir schon im September gesehen hatten, schien es, als ob alle Spalten und Risse im Laufe des Winters durch starke Schneefälle und anhaltende Winde ausgefüllt und geebnet werden müßten.