An dem letzten Tage vor unserer Abreise sagte einer meiner besten grönländischen Freunde, in dessen Hause ich viel verkehrt hatte, zu mir: „Nun kehrst Du zurück in die große Welt, von der Du zu uns gekommen bist, Du triffst dort viel Neues und wirst uns vielleicht bald vergessen, wir aber können Dich niemals vergessen.“
Ein paar Tage nachher reisten wir, und das noch schneebedeckte Godthaab lächelte uns ein freundliches Lebewohl in der Frühlingssonne zu. Wir standen lange da und schauten zurück, und die Erinnerung an die vielen glücklichen Stunden, die wir dort mit Grönländern und Europäern verlebt hatten, tauchte wieder auf. Gerade als wir im Begriff waren, den Fjord zu verlassen, begegneten uns drei Kajaks, es waren die drei besten Fänger von Godthaab, Lars, Michael und Jonathan. Sie waren hierher gerudert, um uns die letzte rührende Abschiedssalve aus ihren drei Büchsen zu geben. Mit vollem Dampf ging es jetzt ins Meer hinaus. Eine Weile sahen wir unsere Freunde noch zwischen den Wellen auf und ab tauchen, dann waren auch sie unseren Blicken entschwunden.
Der Bestimmung nach sollte der „Hoidbjörnen“ nördlich nach Sukkertoppen und Holstensborg gehen, ehe er den Heimweg antrat.
Am nächsten Morgen (26. April) kamen wir in Sukkertoppen an. Als Beispiel für die Postverhältnisse in Grönland mag erwähnt werden, daß man hier keine Ahnung davon hatte, daß wir den Winter in dem 20 Meilen südlicher gelegenen Godthaab zugebracht hatten.
Der Hafen von Sukkertoppen mit dem „Hoidbjörnen“.
(Nach einer Photographie.)
Nach einem sechstägigen Aufenthalt in Sukkertoppen mit viel Tanz und Geselligkeit lichteten wir am 3. Mai die Anker, um nordwärts nach Holstensborg zu gehen. Auf dem Wege dorthin begegneten wir dem „Nordlyset“, einer Bark, die ebenfalls der grönländischen Handelscompagnie gehört. Sie saß im Eise fest, und wir schleppten sie noch am selben Tage nach Sukkertoppen. Am Abend machten wir einen zweiten Versuch, nordwärts zu gelangen, trafen jetzt aber das ganze Meer nach Norden zu mit einer oft zehnzölligen Eisschicht bedeckt, durch die wir nicht vordringen konnten.
Da blieb uns denn nichts anderes übrig, als Holstensborg aufzugeben und umzuwenden. Am Morgen des 4. Mai ankerten wir zum dritten Mal im Hafen von Sukkertoppen. Am Nachmittage gingen wir in See und sagten nun Grönland zum letztenmale Lebewohl.
Eine arme Waise aus Sukkertoppen.
(Nach einer Skizze des Verfassers.)