Wie man aus der Querschnittszeichnung ersehen wird, steigt die Oberfläche des Eises zu beiden Seiten verhältnißmäßig steil vom Meere auf, besonders an der Ostküste, während sie im Innern ziemlich flach ist. Im Großen und Ganzen kann man wohl sagen, daß die Steigung allmählich abnimmt, je weiter man sich von den Küsten entfernt, und die Oberfläche des Eises hat infolgedessen die Gestalt eines Schildes, der jedoch nicht ganz regelmäßig ist, indem sich die Oberfläche in schwachen, dem Auge fast unsichtbaren Wellen bewegt, deren Kämme ungefähr in süd-nördlicher Richtung gehen, und indem der Höhenrücken nicht ganz mitten im Lande zu liegen scheint, sondern sich mehr der Ostküste nähert.

Wir erreichten unsern höchsten Punkt ungefähr 180 km von dem Ort entfernt, wo wir die Küste verließen und ungefähr 270 km vom Ende des Ameralikfjordes, wo wir abermals das Niveau des Meeresspiegels erreichten. Berücksichtigt man, daß das Ende des Ameralikfjordes ungefähr 90 km von dem äußeren Scheerenkreis oder der äußeren Küstenlinie des Landes liegt, während unser Aufsteigeort an der Ostküste nur ungefähr 20 km davon entfernt lag, so erhalten wir also — in einem Schnitt den wir in der Richtung unserer Route durch das Land vornehmen — folgendes Verhältniß zwischen dem Abstand des Höhenrückens von beiden Küsten: von der äußeren Ostküste ca. 200 km und von der äußeren Westküste ca. 360 km.

Hier muß man indessen zweierlei mit in Betrachtung ziehen. Erstens ging unsere Route nicht quer über die Längenachse des Landes, wenn diese in der Mitte von der Breite des Landes aus gelegt wird, und zweitens steigt das Inlandseis nach Norden zu an. Da wir uns im Anfang unserer Eiswanderung weiter nach Norden zu befanden als später und auch unser Kurs nördlicher ging, folglich lothrechter auf der Längenachse des Landes, haben wir natürlich eine Steigung gehabt, die verhältnißmäßig größer ist als die Abschrägung während des übrigen Theils unserer Wanderung, die in ein wenig südlicher Richtung ging, also auf verhältnißmäßig niedrigere Theile des Inlandseises zu. Wir müssen auf derselben auch früher an unsern höchsten Punkt gelangt sein, als dies sonst der Fall gewesen wäre, mit andern Worten, der Höhenrücken muß in Wirklichkeit näher nach der Mitte des Landes zu liegen, als es nach unserer Route scheinen könnte.


GRÖSSERES BILD

Entfernt man so viel wie möglich die Unregelmäßigkeiten in den Höhenmaßen, was eine Folge hiervon ist, was aber auch seinen Grund darin hat, daß unsere Route nicht gerade war, so stellt sich die Eigenthümlichkeit heraus, daß die Peripherie des Inlandseises in einem Schnitt quer über die Längsachse des Landes in der Breite, die wir überschritten, eine fast genaue mathematische Kurve bildet, die sich einem Zirkelbogen nähert. Wenn die vermehrte Krümmung, die durch die Form der Erdkugel verursacht ist, nicht in Betracht gezogen wird, müßte der Radius des Zirkelbogens ungefähr 10400 km betragen. Nur in der Nähe der Küsten weicht es ein wenig hiervon ab, indem es hier steiler abfällt. Mit andern Worten: das Inlandseis wölbt sich in diesem Theil des Landes sehr regelmäßig wie eine Cylinderfläche oder vielleicht richtiger wie eine Kegelfläche mit einer Steigung nach Norden von der einen Küste bis zur andern.

Es kann von Interesse sein, hiermit die Steigungsverhältnisse in den andern Theilen des Inlandseises zu vergleichen, soweit sie uns aus früheren Expeditionen bekannt sind.