Endlich erblickten wir die Lappen, nach denen wir uns gesehnt hatten. Wir erstaunten über ihre Tracht, weil sie ganz und gar nicht der Tracht gleicht, in welcher wir die Europäer hier oben zu sehen gewohnt sind, ihre Fußbekleidung glich Schlittschuhen, die Spitze war sehr gebogen, das eine Paar Stiefel hatte Sohlen, welche den Sohlen der grönländischen Fußbekleidung glichen; der andere Lappe, der ältere, hatte eine Fußbekleidung aus den Beinen der Rennthiere, ebenfalls die Spitzen sehr gebogen, auch trugen sie Beinkleider aus den Beinen der Rennthiere, die sehr stramm auf ihnen saßen, sie hatten unter den Unterbeinkleidern weiße wollene Hosen, in ihren Röcken hatten sie viele Taschen, das ganze Futter des Rockes wurde als Aufbewahrungsplatz benutzt; sie hatten Halstücher, an deren Enden sich Taschen befanden.
Der Jüngere, Samuel Balto, trug eine hohe Mütze mit vier Ecken, in denen Federn steckten, mit einem großen, breiten, rothen Band um die Mitte, der Aeltere, Ole Ravna, hatte eine lange, rothe Mütze, die nach oben zu enger und enger wurde, am Ende der Mütze saß ein Quast.
Nachdem die Briefe, die wir von dem Direktor und dem Missionar (Otto) mitgebracht hatten, durchgelesen waren, gaben sie uns Speise und Kaffee, welches wir genossen; als sie in das Zelt gingen, begleiteten wir sie, um zu versuchen, mit ihnen in ein Gespräch zu kommen; als wir hörten, daß sie ein Buch hätten und sahen, daß es auf Grönländisch und Dänisch gedruckt war (ebenso hatten sie zwei Schreiben, die in denselben Sprachen abgefaßt waren), gelang es uns endlich, uns dieser Bücher bedienend, ihnen verständlich zu machen, was für Sachen wir mithatten; wir veranlaßten zwei von ihnen, uns zu begleiten, um einige von den Sachen zu holen, da wir sie nicht alle allein tragen konnten.
Da Terkel und sein Bruder nach Godthaab reisen wollten, sollten Peter und ich hier auf das Boot warten, das diese vier Männer nach Godthaab führen sollte. Otto (der Missionar) hatte mir freilich gesagt, daß ich direkt nach Umanak zurückkehren sollte, aber ich wollte lieber warten und sie nach Godthaab begleiten, weil meine Bezahlung dann besser werden würde.
Nachdem wir den Beiden, die mit uns kommen sollten, um die mitgebrachten Sachen zu holen, ein Zeichen gegeben hatten, gingen wir mit ihnen und mit Terkel und seinem Bruder zu den Kajaks hinab und fingen an, aus den Kajaks herauszuholen, was wir mithatten, die Beiden waren sehr froh über die Sachen, wir hatten ja auch viele verschiedene Dinge, unter anderem fünf Schwarzbröte und zwei Flaschen, in denen sich Wein befand.
Als wir zurückkehrten, um die Sachen nach dem Zelt zu bringen, wünschten wir vorerst Terkel und Hoseas eine gute Heimreise und verließen sie dann. Als wir an die Spuren im Sande kamen, erzählte ich Kristiansen und Balto, daß es meine und meiner Gefährten Spuren vom Sommer her seien, als wir hier im Juli auf Rennthierjagd gewesen; ich zeigte ihnen den Berg Akuliarusiarsuak, erzählte ihnen, daß meine Reisegefährten Konrad und Frederik hießen und daß wir damals fünf Rennthiere erlegten.
Als wir in die Nähe des Zeltes kamen, fing der Lappe an, Hurrah zu rufen, ich stimmte mit ein. Als der Herr (Lieutenant Dietrichson) sah, was wir mithatten, wurde auch er scheinbar sehr froh, und es wurde alles in das Zelt gebracht, worauf sie sich gleich daran machten, Kaffee in einem großen Kessel zu kochen.
Als der Kaffee kochte, tranken wir ihn und aßen uns satt, später tranken wir Punsch. Als wir uns zur Ruhe begeben wollten, sagten sie zu uns, daß wir hineinkommen sollten, und gaben uns einen Schlafsack, in welchem drei Mann liegen konnten, und darin sollten wir zusammen mit dem alten Lappen schlafen.
Mein Begleiter (Peter) wollte nicht mit ihm in einem Sack liegen und auch ich hegte einigen Aberglauben (Furcht) davor, mit Lappen in einem Sack zu liegen, das kommt daher, weil wir ja sonst niemals mit Europäern zusammen liegen.
Als Peter noch immer nicht wollte, legte ich mich in den Sack, aber schlafen konnte ich lange nicht, theils weil der Lappe (mein Schlafgefährte) sehr tief Athem holte, theils weil wir viel lachten, und weil die anderen Drei in dem anderen Sack einander die ganze Zeit hindurch neckten; als sie endlich still lagen, schliefen auch wir ein.