Als wir uns zur Ruhe legten, fingen sie wieder an, einander zu necken. Weil ich sehr müde war, sagte ich zu Peter: „Nun geht es wohl wieder mit der Neckerei los, ich bin so müde, und sie wissen doch, daß es heute Feiertag ist.“ Dann sagte ich zu ihnen: „Heute ist Feiertag.“

Nach einer Weile, als sie beinahe still waren, begannen Peter und ich verschiedene Gesänge zu singen, die wir gelernt hatten, allmählich schwiegen sie ganz still und der Jüngere der Lappen begann ebenfalls einen Gesang zu singen.

Als wir aufwachten, gingen Peter und ich hin, um den Rest von dem Fleische meines Rennthiers zu holen, als wir uns unserem Zelt näherten, begann der Himmel wieder sich mit Wolken zu beziehen. Wir brachten das Fleisch zu unseren Kajaks hinab, sobald wir aber dort angekommen waren, kamen die Lappen zu uns, ich gab ihnen abermals ein Stück Fleisch zum Kochen und kehrte mit ihnen nach dem Zelt zurück. Später bekamen sie den Rücken und den Hals des Rennthieres zu essen.

Wir fingen an, uns da zu langweilen, weil es anfing zu regnen, und noch immer kein Boot kam, um uns zu holen. Am schlimmsten war es mit unserm Schuhzeug, obwohl wir Beide zwei Paar Schuhe bei uns hatten, waren sie beide ganz entzwei, so daß wir schließlich auf jeden Fuß einen verschiedenen Kamik ziehen mußten.

Wir fingen an, davon zu reden, daß wir versuchen wollten, sobald das Wetter gut würde, aus dem Fjord herauszukommen. Wir sagten den Europäern, daß wir am Abend wieder in unseren Kajaks schlafen wollten, weil wir des Morgens nicht so lange schlafen möchten wie sie, da es bei uns Grönländern keine Sitte sei. Weil sie nichts besonderes dagegen einzuwenden hatten, gingen wir an das Ufer, um in unseren Kajaks zu schlafen. Als wir am nächsten Morgen erwachten und nach dem Zelt gingen, fragten sie uns, ob wir gut geschlafen hätten, und als wir ja dazu sagten, dankten sie.

Am Abend, als wir gegessen hatten, sagten wir ihnen gute Nacht und gingen wieder fort, um in unseren Kajaks zu schlafen, mit dem Vorsatz, daß, wenn das Wetter es am nächsten Tage gestattete, fortzureisen, denn unser Schuhzeug war in seinem jetzigen Zustand zu unbequem.

Am nächsten Morgen war das Wetter sehr schön mit blauem Himmel, und da machten wir uns reisefertig. Wir fingen an, das Fleisch etc. zu ordnen, das wir mitnehmen wollten und waren beinahe damit fertig, als wir plötzlich draußen vom Fjord her einen Schuß vernahmen, gerade als die Sonne im Begriff war aufzugehen. Wir waren noch nicht ganz sicher, ob wir recht gehört hatten oder nicht, aber kurz darauf hörten wir wieder einen und dann mehrere Schüsse, da beantwortete ich den Schuß, ging nach dem Zelt hinauf und sah dann unten im Fjord die Böte mit einer ganzen Menge Menschen.

Es war sehr erfreulich für uns, als wir die Böte sahen, weil wir gefürchtet hatten, daß sie nicht kommen würden.

Es war ein Boot und ein Frauenboot, und als wir versammelt waren, war es sehr erfreulich, da wir nun ja wußten, daß wir Alle nach Godthaab kommen würden. Der Lappe Balto machte Kaffee, als er kochte, trank ich ihn und wollte dann fortgehen, aber Peter rief mir etwas zu; ich wandte mich um und erfuhr nun, daß sie wollten, ich sollte mit ihnen essen. Wir aßen uns da reichlich satt und tranken unsern Kaffee dazu.

Als sie sich zur Abreise anschickten und die Besatzung der Böte ihre Sachen zu den Fahrzeugen hinunterbrachten, gingen wir wieder zu unseren Kajaks hinab; nachdem wir sie belastet hatten, sah ich nach den Böten, und entdeckte da, daß sie schon im Begriff waren über den Fjord zu setzen, da ruderten wir zu ihnen hin und erreichten die entgegengesetzte Seite des Fjordes (die Sonnenseite), dort trank die Besatzung wieder Kaffee und aß, und dann zogen wir weiter; obwohl sie die letzte Nacht gar nicht geschlafen hatten, wollten die Ruderer doch lieber die Reise fortsetzen. Erst als wir an die Landzunge gekommen waren, beschloß die Besatzung des Frauenboots ihr Zelt aufzuschlagen und die Nacht dort zu bleiben, namentlich weil die Felle des Frauenboots zu naß waren, sie waren zu lange im Wasser gewesen, ohne zu trocknen, deshalb hielten wir es für gefährlich, wenn sie nicht ein wenig trockneten, auch wollten wir einige Löcher zunähen, welche in das Frauenboot gekommen waren. Ich blieb ebenfalls die Nacht da, um beim Aufziehen des Frauenboots und beim Hinablassen ins Wasser am nächsten Morgen zu helfen.