Mitten in der Nacht ging ich aus dem Zelt heraus, und als ich sah, daß es stilles Wetter war, fand ich, daß es vortheilhaft sei, die Reise fortzusetzen, weshalb ich sie weckte und sagte, daß es am besten sei, wenn wir uns nun aufmachten. Während der Kaffee gekocht wurde, belasteten wir das Boot und zogen dann weiter.
Bald näherten wir uns dem „Nunangiak“, da fing es an ein wenig zu wehen, als wir späterhin am Tage nach „Tuapagsuak“ kamen, ging ich voraus, um zu sehen, wo das hölzerne Boot geblieben sei, denn ich wußte nicht, wo die Anderen waren, ob sie die Reise fortgesetzt oder ein Zelt für die Nacht aufgeschlagen hätten.
Ich fing nämlich an, mich nach Hause zu sehnen, es war ja auch lange her, seit ich von dort fort war, im Sommer bleibe ich freilich oft lange von Hause fort, wenn ich auf Erwerb aus bin, aber dann habe ich immer einen Gefährten von meinem eigenen Heimathsort mit mir, mit dem ich zusammengehe.
Als es anfing ordentlich hell zu werden, und ich nach Tuaparsunguit hinkam, sah ich das Boot und das Zelt dort; sie waren gerade aufgestanden; als ich am Ufer anlegte, kam Peter zu mir herab und zog mich aufs Land hinauf. Er erzählte mir, daß sie Thee machten, es war ja auch sehr kalt, ein ziemlich frischer Ameralik-Ostwind wehte; wir tranken Thee und aßen, die Europäer freuten sich, als sie mich wiedersahen.
Als wir gegessen hatten, zogen wir weiter, als wir Kingiktorsup erreicht hatten, lachten Kristiansen und ich einander zu, weil wir nun glaubten, Godthaab noch am selben Tag erreichen zu können.
Als wir nach dem Uokusightsaps-Vorgebirge kamen, gingen Peter und ich voraus, um dem Leiter der Expedition einen Brief zu bringen, den sie geschrieben hatten.
Als wir uns Godthaab näherten, vermutheten die Bewohner dort, daß wir es seien, weshalb sie sich versammelten. Als wir landeten und sie in der Nähe sahen, kamen mehr und mehr Menschen herbei, die Grönländer sehnten sich sehr nach dem Anblick der Lappen, und als sie hörten, daß ich ein großes Rennthier geschossen hatte, wurden sie ganz eifrig, und ich hörte nichts weiter als die Bitten, ihnen Allen doch ein Stück Talg zu geben. Als Peter nach seinem Hause hinaufging, beglückwünschte ich ihn, ich beneidete ihn, daß er so weit gekommen war. Dort tranken wir Kaffee und gingen dann zu dem Direktor hinab, weil wir glaubten, daß wir unsere Bezahlung gleich erhalten würden; nach einer Weile hörten wir sie rufen, daß sich die Lappen näherten (d. h. daß sie von den Häusern aus gesehen werden konnten), deswegen ging ich nach Lars Heilmanns Haus hinüber und trank Kaffee bei seiner Frau (ich pflege nämlich, wenn ich in der Kolonie übernachte, in diesem Hause zu schlafen).
Nachdem ich Kaffee getrunken hatte, ging ich mit all den anderen Menschen hinab, um sie am Ufer landen zu sehen. Da sich die Europäer und Grönländer dort unten versammelten, wurde es eine große Schaar von Menschen; bald darauf kam das Frauenboot, welches die Sachen der Fremden an Bord hatte, und da sich dort auch mein Rennthierfleisch etc. befand, ging ich an das Ufer hinab, um es in Empfang zu nehmen. Nachdem ich einen Theil unter den Grönländern vertheilt hatte, verkaufte ich den Rest sehr vortheilhaft.
Für das Fleisch, das die Europäer im Fjord verzehrt hatten, erhielt ich 5 Kronen, für die Ausführung der Reise erhielt ich 20 Kronen, für den Rennthierkopf 3 Kronen, für das Fell 4 Kronen 50 Øre, für den Rest ungefähr 18 Kronen. Als ich all das Geld bekommen hatte, dachte ich stark daran, mir eine Büchse zu kaufen, das war schon lange das Ziel meiner Wünsche gewesen, aber ich hatte bisher nicht Geld genug gehabt, um mir eine zu kaufen; ich habe freilich eine alte Büchse, im Jahre 1874 tauschte ich mit Volontär Irmingers Hagelflinte (er verunglückte in einer Kajak) und erhielt eine ältere Büchse dafür; dieser Irminger wird den Grönländern wohl bekannt sein, damals als er umkam, war ich bei ihm.
Ich kaufte mir also eine Flinte und will nun meine alte Büchse an meinen Pflegesohn schenken, damit er sich damit üben kann, er ist 17 Jahre alt und für uns, die wir am Fjord wohnen, ist es von großer Wichtigkeit, eine Büchse zu haben, sowohl für Rennthiere als für Seehunde und alles andere Gethier.