Ich übernachtete in Godthaab, aber ich war nicht recht froh, denn die Mitglieder der Expedition quälten mich unablässig, ihnen das Fell des Rennthieres, das ich geschossen hatte, zu verkaufen, und ich wollte es am liebsten selbst behalten, da es ein herrliches, dickhaariges Fell war, worauf es sich im Winter, wenn es kalt ist, gut liegt. Ich erlegte ja freilich im August ein großes Rennthier, aber das Fell desselben war so dünne, daß ich es nicht als Kak (d. h. Unterlage auf der Pritsche) zurecht machen ließ.
Als sie dreimal kamen und fragten, ob sie es kaufen könnten, glaubte ich nicht länger nein sagen zu können und verkaufte es also.
Dann sagte ich zum Direktor, ich wollte eine Büchse kaufen und erhielt eine solche ausgeliefert.
Als ich den Handel abgeschlossen hatte, wollte ich reisen, denn ich sehnte mich sehr danach nach Hause zu kommen, aber der Nordostwind zwang mich, noch eine zweite Nacht in der Kolonie zuzubringen, da ich nicht gern bei Kasigiganguik passiren wollte, theils wegen des Windes, theils weil ich so viel in meinem Kajak mitzunehmen hatte.
Am Morgen des nächsten Tages, als ich aufstand, war das Wetter besser, und der Wind hatte sich gelegt. Da reiste ich denn über Konok in meine Heimath.
Godthaab
Kapitel XXV.
Unser Aufenthalt in Godthaab.
ls wir nun Alle versammelt waren, handelte es sich darum, uns in den Bequemlichkeiten zurechtzufinden, die vorhanden waren. Freilich wußten wir noch nicht ganz bestimmt, ob wir den Winter dort zubringen würden, aber wir mußten doch auf jeden Fall für eine Weile ein Dach über dem Kopfe haben. Dietrichson, Sverdrup und ich wurden gastfrei im Hause des Kolonialdirektors aufgenommen, während die drei Andern ein Zimmer oben in der sog. „alten Doktorswohnung“ erhielten. Sie führten hier ihren eigenen Hausstand und bereiteten ihr Essen selbst auf einem kleinen Kochofen.