Hoch oben zitterte furchtsam ein vereinzelter bleicher Stern. Unten zwischen den Bäumen aber wurden die Schatten dichter; man konnte die Blätter auf dem Waldboden nicht mehr unterscheiden.

Im Osten flossen die Bergrücken zu einer einzigen dunkeln Masse zusammen. Ein vereinzelter Windstoß fuhr klagend durch die Stille.

Nun sollte eigentlich die Waldschnepfe streichen. Aber kein Pfiff ertönte, kein Knorzen war zu hören.

Die Dämmerung wurde dichter. Wie feierlich ist dieses Herabsinken der Nacht auf die Erde — Tag für Tag — und doch immer neu. Aber die Gegenwartsseele hat keine Zeit, dem Walde und der Nacht zu lauschen.

Doch sieh! Da kommt er, der Zaubervogel, schwarz und groß, von irgendwo draußen durch die Dämmerung über die Baumwipfel angestrichen. Wie groß er aussieht! Wie der leibhaftige Waldgeist, mit dem geraden, rauschenden Flug, mit dem gestreckten Hals und den gesträubten Halsfedern. Und es geht gerade aufs Ziel los, hier herauf auf den Bergrücken. Dort verschwand er hinter den Bäumen, und richtig, dort fiel er ein. Es war kein kleiner Hahn.

Wieder ist es still. Wir sitzen unbeweglich und lauschen, ob nicht ein Schnalzer ertönt, aber nichts ist zu hören. Da, noch ein Einschlag, etwas ferner, und dann noch einer, weiter unten am Berg.

Wir saßen eine Weile, hörten aber keinen einzigen Schnalzer. Es war zu weit weg. Lautlos schlichen wir den Kamm entlang weiter, aber immer blieb es gleichmäßig still.

Pst, da ertönte ein Schnalzer, mehrere folgten. Wir schlichen näher, aber es entstand kein Spiel. Es war etwas Wind aufgekommen, der durch die Baumwipfel sauste. Es war nicht leicht zu hören. Und in der Nähe von uns rieben sich zwei Kiefern aneinander, das klang täuschend so, wie wenn ein Auerhahn mit dem Schnabel knappte. Dazwischenhinein vernahmen wir den Auerhahn wirklich schnalzen, aber kein Glucksen.

Doch still! Da hörten wir einen weiter weg im Walde unter uns. Jetzt wieder, schneller und schneller. Ein Glucksen ertönte! Das war ein richtiges Spiel.