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Åsheim, 14. Juli.
Durch eine tiefe, bewaldete Schlucht an der Westseite der Sölenberge bricht sich die Mistra ihren Weg von den weiten flacheren Gebirgsstrecken im Norden. In einem großen Bogen geht es durch ein enges Waldtal wie durch einen Riß in dem Bergmassiv zu dem schönen Storsjö im Rental hinab.
Den Fluß ziehen große Forellen hinauf, und ich hatte Lust, es mit ihnen zu versuchen. Aber es war am Fluß entlang unwegsam, und man mußte gut bekannt sein, um die richtigen Gumpen zu finden, in denen die großen Fische stehen.
Olav Åsheim kam lächelnd vom Telephon herein und sagte:
„Nun habe ich einen guten Begleiter für dich gefunden, den Schneider hier im Ort. Einen bessern Fischer gibt es in dieser Gegend nicht. Er findet das Wetter heute gut und ist bereit, mitzugehen, aber er wird erst gegen ein Uhr frei, dann will er dich bei Misteregga treffen.“
Jawohl, das paßte mir gut. Ich hatte bis dahin auch noch einiges zu besorgen.
„Du kannst meinen Sohn Klein-Olav nehmen, der wird dir den nächsten Weg durch den Wald zeigen.“
„Er lahmt, der Schneider,“ fügte er hinzu, „er hat ein steifes Bein. Aber darum brauchst du dich nicht weiter zu kümmern. Er klettert die Bergwände hinauf und geht im Wald wie nur einer mit gesunden Beinen. Auch einen bessern Jäger gibt es in unserer Gegend nicht.“