Der einzige Fang, den ich sah, war ein großer Auerhahn, der gegen meine Angelrute herangesaust kam, als ich auf einem Stein im Flusse stand. Er war vom Hund auf dem Land hinter mir aufgestoßen worden. Ich dachte daran, den Köder nach ihm zu werfen. Natürlich sollte er den Köder nicht etwa verschlingen, ich konnte aber leicht die Schnur um ihn werfen, so daß ihn die Angelhaken festhielten. Ich ließ es aber sein, und er sauste den Fluß hinab und im Kiefernwald auf der andern Seite hinauf.
Das wäre ein „Fischfang“ gewesen! Ich sehe ihn, wie er, die Schnur um den Hals, draußen im Flusse Widerstand leistet, mit den Flügeln schlägt, den Hals streckt, während ich ihn mit dem Roller heranziehe. Das wäre ein Kampf geworden!
Es gab hier unheimlich viele Mücken, und sie bissen und stachen in Gesicht und Hals, Hände und Waden, daß man kaum ruhig auf den Steinen stehen und angeln konnte.
Es fielen schwere Tropfen, und ein gewaltiger Regenguß platschte auf uns nieder, Schauer um Schauer. Auf einmal aber brach der Donner los, daß es zwischen den Bergwänden in dem engen Tal hallte, und es dröhnte Schlag auf Schlag; schließlich kamen Blitz und Donner fast gleichzeitig.
Der Schneider meinte, da brauche man sich nicht zu wundern, wenn die Fische nicht hätten anbeißen wollen. Nun sei es ganz hoffnungslos zu angeln.
Wir stiegen im Wald bis zu einer Holzhütte, um vor dem Regen Schutz zu finden und etwas zu essen. Wir mußten uns gedulden, bis das Gewitter vorüber war; vielleicht ging es dann mit dem Fischen besser.
Als der Regen nachgelassen hatte, kletterten wir wieder zum Fluß hinab, hatten aber auch weiterhin kein Glück. Wir mußten uns noch eine Weile gedulden und gingen etwas weiter hinauf, bis zu einer neuen großen Fischgumpe. Der Schneider warf seinen Köder im unteren Teil der Gumpe, ich versuchte mein Glück etwas weiter oben.
Da biß beim Schneider mitten in der stärksten Strömung ein großer Fisch an. Es ging die Stromschnelle hinab, die ganze Schnur sauste vom Roller herunter. Der Schneider mußte hinterdrein; er sprang von Stein zu Stein und watete im Wasser oft bis an den Leib, so daß der Schaum um ihn aufspritzte. Plötzlich stürzte er zwischen den Steinen, und nur die Arme, die Schultern, der Kopf und die Angelrute waren über dem Wasser zu sehen. Er sprang auf, und weiter ging es.
Dann wurde aber die Strömung zu stark; er mußte ans Land und die Bergwand hinaufklimmen. Ich ergriff den Kescher und sprang hinterdrein.
Der Schneider kam um den Berg herum; er hatte einen Teil der Schnur eingezogen, und der Fisch war in etwas stilleres Wasser gekommen. Aber immer noch gab es recht starke Stromschnellen.