Und dann bedenkt, hier habe ich das, wovon wir damals als vom Allerhöchsten träumten: eine Tür, eine senkrecht stehende Tür!

Ich muß daran denken, wie ich Morgen für Morgen den ganzen Winter und Frühling hindurch im Schlafsack saß und mir die Lappenschuhe und die fettigen, zerrissenen Kleider und Bärenfellfäustlinge anzog, und wie mir davor graute, in den Hausgang hinauszugehen und mich durch das Loch hindurchzuzwängen, das mit einer Bärenhaut zugedeckt war, auf die aber der Wind Nacht für Nacht eine schwere, harte Schneewehe schichtete. Ach ja, wie man sich da hoffnungslos nach einer senkrecht stehenden Tür sehnte, die in Angeln ging und sich, mit einer einfachen Türklinke, leicht öffnen und schließen ließ!

Im übrigen war es gar nicht so schlimm, wenn man bedenkt, daß wir vom Winter eingeschlossen waren, ohne Proviant, nur mit Büchse und Patronen, einem Messer und sonst mit leeren Fäusten.

Damals fand ich, daß gar nicht viel dazu gehörte, das Leben vollkommen zu machen. Ich träumte einen seligen Traum davon, an einem Strande an Land geworfen zu werden, mit Spaten und Hacke, einem Sack Mehl, einer Büchse, Patronen, einem guten Messer mit Wetzstein, Nadel und Zwirn, Seife, und auch mit Büchern und Schreibzeug, und ich fand, das Leben müßte vollendet glücklich werden.

Ist es noch so?

Soviel Kleinliches hängt uns an den Beinen. Es ist, als gingen wir in Dornengestrüpp.

Montag, 5. Februar.

Wie schön der Schnee ist! Schau, wie fein und leicht er draußen herabrieselt, wie weich die Decke liegt über Höhen, Steinen und Rasenhügeln und über niedergebeugten Bäumen, über dem Eis auf dem See und den alten Schneeschuhspuren in der Richtung, aus der ich gekommen war. Alles ist leicht und behutsam mit dem reinen Teppich zugedeckt. Und der Lärm der Welt liegt unendlich weit weg, er ist ausgeschaltet — hier wird jeder Laut gedämpft. Der Tannenwald und die Halden stehen still und weiß im Sonntagsstaat, und der Åkeligipfel dort draußen verschwindet ganz im Schneegeriesel.

Die Eisfläche leuchtet in kleinen Wellen im Sonnenschein, der auch durch mein Fenster hereindringt und es auch hier unter der Stubendecke licht und leicht und hoch macht. Und die Sonne steht dort oben in der rieselnden Schneeglorie.