Schließlich flog ich über den Haufen, aber trotzdem ging es noch ein langes Stück weiter hinab. Halvor kam nach und fuhr an mir vorüber. Merkwürdig, wie der Bursche mit den alten Kieferschneeschuhen und ohne Bindung zurechtkommt. — Dann geht es wieder hinab, aber besser ist es wahrhaftig nicht, und diese abschüssigen Bergwege nehmen kein Ende. Mehr als einmal blieb mir nichts anderes übrig als vor Anker zu gehen. Aber hinunter kam ich endlich doch, mit heilen Gliedern und Schneeschuhen. Ob auch mit Ehren? Das will ich nicht entscheiden. Halvor war auf seinem Hilfsmittel lange vor mir unten.

In Fikkan versahen wir uns mit allem, was wir für eine neue Woche im Gebirge brauchten, dann ging es denselben Steig wieder hinauf. War es aber schon schwierig gewesen hinabzukommen, so war es aufwärts wahrhaftig nicht leichter. Jetzt trugen wir ja auch einiges auf dem Rücken. Es kostete viel Mühe, den Weg hinaufzukommen, den wir so unheimlich schnell hinabgesaust waren.

Es war schon dunkel geworden, bevor wir oben anlangten; aber dann kam der Mond, und im Mondschein ging es westwärts weiter. Es war eine prächtige Schneeschuhbahn, die sich lohnte. Hoch und still und einsam lag ringsum die Bergweite.

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Eines Morgens machten Halvor und ich uns wieder reisefertig. Wir verschlossen das Haus und fuhren über den Sörkjesee die Åkelischlucht hinauf über den Bleberg nach Kongsberg. Es ist das sechs, sieben Meilen weit, und die Bahn war nicht die beste. Es gab auch etwas Schneegestöber, und wir hatten ziemlich zu tragen. Aber vorwärts kamen wir doch, wenn es auch länger dauerte, als wir erwartet hatten.

Es wurde dunkel, bevor wir über den Bleberg ins Jontal hinabkamen. Hier glitten die Schneeschuhe besser, als wir erst auf die feste Straße kamen, und wir fuhren scharf drauflos, um Kongsberg noch früh am Abend zu erreichen. Wir fanden wohl, daß es am Lågenfluß entlang etwas kalt war, beachteten das aber nicht weiter. Bei der starken Bewegung fiel es uns nicht schwer, uns warm zu halten.

Als wir endlich das Grand Hotel in Kongsberg erreichten, empfing uns der Wirt an der Tür mit den Worten:

„Nein, sind Sie heute bei so kaltem Wetter unterwegs?“

„Ist es denn so kalt?“

„Ja, das Thermometer zeigte heute nachmittag 36 Grad Kälte.“