Arm wie Hiob, in dieser Umgebung, den undichten Torf des Daches so dicht über dem Kopf, daß er daran stieß. Nie hatte er studiert, nur immer die Erde gegraben. Ja, wir arbeiten, weil wir müssen, sei es selbst über isländische Priester.... Unsere Ziele werden groß genug, wenn unsere Scheuklappen nur das Gesichtsfeld klein genug machen.

Undicht? Ja, das Torfdach war so undicht, daß er, wenn es regnete, über das Manuskript gebeugt sitzen mußte, damit es nicht aufs Papier, sondern auf seinen Rücken regnete.

Das ist Island! Niedergedrückt von Erinnerungen, fast bis zur Verkrüppelung, lebt es in der Vorzeit — vergißt die Gegenwart — und braucht die kurze Sense.

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In der Nacht des 2. August fuhren wir in düsterer Stimmung wieder aus dem Dyrafjord hinaus. Wir hatten im Laufe des Tages einen herrlichen Ritt nach der Kirche und weiter unternommen, und die Familie Berg hatte den Abend bei uns an Bord zugebracht.

Niemand hatte Lust abzufahren, und mehrere von uns hätten wohl gern Sturm auf See gehabt, um wieder zurückkehren zu müssen. Aber die See war schön, und im Norden träumte der Himmel nach Sonnenuntergang in einer wehmutsvollen bleichen Röte. Ove Hjort sang: „Norweger wollen fahren.“

Aber nicht immer wollen sie fahren.

Tags darauf machte Dr. Hjort einen ausgezeichneten Fang. Mit dem großen Netz fing er im Verlauf einer Viertelstunde mitten in der Dänemark-Straße, in der Grenzzone, wo sich der warme Irmingerstrom aus dem Atlantischen Ozean und der Polarstrom begegnen, 128 Fischbruten, meistens Dorscharten.

Dieser Fund ist von großer Bedeutung, denn er zeigt, daß die Brut von den Bänken an der Küste, wo die Fische laichen, mit den Strömungen vom Lande nordwärts ins Meer hinaustreibt, bis das Küstenwasser, das sie mitführt, hier dem Wasser des Polarstroms begegnet. Die jungen Fische leben nun ihr freies Leben im Meer, bis sie so groß werden, daß sie aus eigenem Trieb wieder zu den Bänken zurückkehren.

4. August 1900.