Wir kochten das Abendessen draußen auf der Almwiese, streckten uns auf dem Boden hin und rauchten....
Wie still und friedlich es war! Längst waren Menschen und Tiere von den Almen heimgekehrt. Die Sterne erglänzten. Im Westen erhob sich über uns dunkel der bewaldete Hang, darüber das kahle Gebirge.
Östlich, auf dem Velebuberg, dem Åkeligipfel und dem Ble, stand noch tiefe Abendröte, aber bald verschwand sie.
Die Erde mit Tälern und Bergen und Wäldern und Seen lag da, eingehüllt in die dunkle Herbstnacht.
All das sinnlose Gewimmel und Hasten war ausgelöscht. Nur die großen Linien waren noch undeutlich zu erblicken unter dem glitzernden Sternenhimmel, der ruhig und selbstverständlich alles Kleinliche in Vergessenheit sinken läßt.
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Gegen fünf Uhr morgens waren wir wieder nach Sörset unterwegs. Noch herrschte nächtliche Stille, kein Laut im Walde. Der Orion strahlte auf uns herab, im Osten aber dämmerte schon der Tag.
Als wir an Sörset vorübergekommen waren, begann Sang unruhig zu werden. Bald gab er Laut. Es war wohl ein Junghase, denn er ging so unregelmäßig und versteckte sich im Dickicht; richtiges Büchsenlicht war auch noch nicht. Es dauerte nicht lange, bis der Hund ihn unter Steinen verbellte, und der Hase kam zur Strecke.
Wir zogen weiter, ließen den Hund wieder los, und bald fand Sang eine neue Spur; mit hellem Laut ging es die Böschung hinan. Es wurden anderthalb Kreislinien gemacht, denn der norwegische Hase läuft, wenn gejagt, in großen Kreisen. Dann kam der Hase in langen Sprüngen den Almsteig herab und fiel. An einigen offenen Stellen im Walde, etwas weiter unten, wurde wieder eine Spur gefunden. Es dauerte nicht lange, und das Treiben war neuerdings im vollen Gang. Nach einigen langen und schwierigen Kreistouren hatte dieser Hase dasselbe Schicksal wie der vorige.
Ist es nicht merkwürdig, daß unser Gedächtnis sich so oft an Dinge heftet, die wir zunächst vielleicht gar nicht weiter beachteten?