Was mir von diesem Jagdausflug am meisten vor Augen steht, ist, wie wir uns gegen Mittag in der Sonnenhitze müde und schläfrig nach der Alm zurückzogen. Der Hund lief irgendeiner Spur nach. Wir setzten uns ab und zu und warteten auf ihn, ob er den Hasen wohl finden würde.

Es war sehr heiß, die Augenlider fielen uns zu, und zuweilen nickten wir ein wenig. Das vergilbte Farnkraut stand hoch und dicht auf Lichtungen an den Lehnen zwischen Windbruch und Tannenreisig.

Es war nicht leicht zu gehen. Bei solcher Trockenheit werden die Stiefel sehr glatt. Unter den Birken raschelte das Laub, wenn wir gingen, aber unter den Tannen war Schatten.

Dann kamen wir an den Bach in dem flachen Talgrund. Das erfrischte. Welche Wonne ist doch so ein klarer rieselnder Waldbach an einem heißen Tage!

Es war so erquickend, so friedlich, sich in dem dichten Gras am Ufer zu lagern, wie auf einer kleinen Wiese mitten im Walde. Die Sonne spielt mit frischen Lichtern in dem klaren, kühlen Wasser. Jeder Stein auf dem Grunde ist sichtbar, und die Sonnenstrahlen, von den kleinen Wellen gebrochen, glitzern über sie hin. Ein Bild der ewigen, lachenden Jugend.

Der Bach schlängelt sich dahin zwischen den flachen Sand- und Kiesbänken. An den offenen Stellen wachsen an den Ufern Gras und etwas Schilf, und unter den Bäumen grünes Moos und Farnkraut. Und die Tannen, die hoch und schlank dastehen und schattenspendend ihre Zweige breiten, spiegeln sich in dem dunkeln, stillen Wasser.

Diese Gumpen im Flußbett haben etwas unveränderlich Reines und Frisches. Ich weiß nicht, woher es kommt, aber so oft ich sie sehe, drängt sich mir ein zufälliger Eindruck auf aus den Straßen Roms an einem warmen, klaren sonnenheißen Junitag. Ich kam an einem dieser vielen kleinen Marmorbecken vorüber, in denen aus einem Löwenmaul ein Wasserstrahl springt. Ich sehe noch die Sonne auf dem Marmorboden spielen, höre noch das Plätschern des Wassers.

Weshalb kommt mir das in den Sinn? Vielleicht versetzte mich damals dieses frische, reine Wasser in dem kühlen, weißen Marmor im Nu aus der großen Weltstadt mit all ihren Kulturdenkmälern und ermüdenden Museen an einen klaren Bach mit murmelndem Wasser und weißen Kieselsteinen, tief drinnen im Wald, wohin die Kultur nicht gelangt....

Ja, diese Freude am rieselnden, reinen Wasser — an der Sonne, — am blauen Himmel, — am Waldfrieden — sie ist vielleicht mit dem Ursprünglichsten in unserm Wesen verwandt. Wenn wir nur von dieser einfachen Freude mehr in das Leben zurückbringen könnten!

Worüber freuen wir uns denn sonst?