Eine Blüthe seh’ ich prangen,
Eine Blüthe rosenroth,
Hält mein ganzes Herz gefangen,
Ach, mein Herz — ich glaubt’ es todt.

Ach, meine Mutter, fänd’ ich Dich wieder —
Ach, in der Welten unendlichem Raum,
So würd’ ich Dich suchen mit allen Kräften,
Wie jetzt ich Dich suche im Wachen und Traum.

[Vor der Mutter Bild.]

Fast strenge sah sie zu mir nieder —
„Gefallen Dir nicht meine Lieder,
Die ich ja oftmals von Dir singe?
Bin ich nicht gut und treu und bieder?
Und thu’ ich jemals schlechte Dinge?“

Antwort.

„Du thuest gut, doch nicht so, wie du’s solltest,
Und lange nicht so gut, als wie du’s wolltest —
Dir ward das höchste, schwerste Ziel: Erringe
Es ganz! Sonst sieht es aus, als wenn Du schmolltest,
Daß aufgegeben Dir die größten Dinge!“

Wenn man die Mütter aus der Erde graben könnte,
Dann würden alle Menschenhände graben,
Mit einer Eil’, als wenn es brennte:
Denn Jeder will die Mutter wieder haben.