[Gegen die Einzelhaft.]
Allein, allein — doch nicht auf freier Erde,
In einer Zelle düst’rem Raum allein —
Dämonen steigen auf im engen Schrein,
Als Ton ein Schrei, — als Bild wahnsinnige Geberde.
Nacht — Tag — Nichts — Nichts; die Zeit, sie stehet stille,
Das Herz steht gleichfalls still — im Innern lebt’s,
Von Außen Eis und Tod, im Innern bebt’s
Im Innern kocht und bäumet sich des Menschen Wille!
Des Menschen Wille! Groß und Furien ähnlich,
Kleinmüthig, schwach! Barmherzigkeit, ich fleh’:
Werft mich hinab in schäumend wilde See,
Nach raschem Tod, nicht nach lebend’gem Grab begehr’ ich sehnlich!
Vom schroffen Fels stoßt mich mit Menschenhand hinunter!
Laßt mich dabei ein einzig Menschenantlitz seh’n, —
Ertödtet nicht den Blick — die Sonne bleibt am Himmel stehn,
Die Sinne, die gemordet, gehn für immer unter!
[Geschichte.]
Tiefe Nacht und lange Schatten
Ueber Land und über Meer,
Auf Europa’s sumpf’gen Matten
Tanzt das Irrlicht hin und her.
Kohlengluthen auf dem Heerde,
Gluthen in des Menschen Herz,
Der mit gleichgült’ger Geberde,
Schmiedet seiner Ketten Erz.