Finst’re Nacht und lange Schatten,
Thrän’n und Blut auf jedem Steg,
Auf Europa’s düstern Matten
Geht die Schlange ihren Weg.

Und es steigen aus den Tiefen,
Mit dem greisen Haupt und Haar,
Ungeheuer, die sonst schliefen,
Lautlos naht die Schreckensschaar.

Flammen zischen, Ströme brausen,
Tritt aus Deinem Ufer aus,
Meer, verwüste und mit Grausen,
Unsrer Erde grünes Haus! —

[Der Kontrast.]

Im feinen weißen Spitzenkleide,
Im braunen Haar Kamelienkranz,
Steht heut Madam’, ’ne Augenweide
Macht Toilett’ beim Kerzenglanz.

Vier Hände sind bemüht zu schmücken
Ihr selig lächelnd Angesicht,
Ihr Dies und Jenes recht zu rücken,
Und auch die ihrigen ruhen nicht.

Sie geht zum Ball, und dreist ich sage,
Die Frau ist reizend, wunderschön,
Daß sie gefällt ist keine Frage,
Das muß ihr selbst der Neid gesteh’n!

Wenn auch nicht eingehüllt in Flimmer,
So spielt doch fast dieselbe Scen’
Ihr Herr Gemahl im Nebenzimmer,
Der freilich etwas minder schön.

Sehr fein ist seine Toilette,
Reich glänzt der Ring an seiner Hand,
Er putzt die goldene Lorgnette,
Steckt seine Cigarre in Brand.