Ach, Mägdelein
Im grünen Hain,
Du glänzest so alleine
Und scheinest nur so kleine.

Was geht in Deinem Herzen vor,
Doch mach’ mir keine Wippchen vor,
Ist es darin erquicklich,
Und lebt sich’s drinnen glücklich?

[Eine Mitternacht in Tyrol.]

Die großen Kaiser sind alle erwacht,
Stehn aufrecht da in der Gruft,
Sie tragen die deutsche Reichskrönungstracht,
Es glühet und zischt in der Luft.

Der Reichsverweser schläft ein in Tyrol,
Die Uhr schlägt Mitternacht,
Da wecket ihn dumpf, da wecket ihn hohl
Der Ahnherr’n gespenstische Pracht.

Wie bist Du so klein, wie bist Du so schwach,
Du kleinlicher Enkelsohn,
Du brachtest dem Reich, Du brachtest uns Schmach,
So hallt es in grollendem Ton.

Und die Berge Tyrols, die Stein’ in Tyrol,
Sie hallen es tausendfach nach,
Das tönet so dumpf, das tönet so hohl,
Als ob Fels an Felsen sich brach!

Und Rudolf von Habsburg mit Hoheit begann:
„Du Reichsverweser Erzherzog Johann,
Bewahre, Du bist mir kein Rittersmann,
Ich schleudere Dich in Acht und Bann.“

Und die Berge Tyrols, die Stein’ in Tyrol,
Sie hallen es tausendfach nach,
Das tönet so dumpf, das tönet so hohl,
Als ob Fels an Felsen sich brach.