Studenten, unsere Zukunft einst
Hängt ab von eurem Werden,
Ob’s freund- und friedlich wird dereinst,
Ob’s heimlich wird auf Erden.
Und Eins noch hänget von euch ab,
Ob man lebendig muß in’s Grab. —
Ob Nacht, ob Finsterniß, ob Licht,
In eurer Hand wird’s liegen.
Vergeßt der großen Ahnen nicht,
Dann wird das Rechte siegen.
Die Burschenschaft, sie ist ein Held,
Und ihr gehört die ganze Welt.
[Der Thierbändiger.]
Des Thierbändigers Bude ist drückend voll,
Die Menge lauscht lautlos andächtig schier,
Da tritt zornig herein das Pantherthier,
Und stattlich der Löwe und würdevoll,
Und mit grausigen Tönen dicht hinterdrein
Zwei schwarze Hyänen hinein in die Reih’n.
Des Bändigers Tochter von hoher Figur,
Von lieblich rundem, rosigem Gesicht
Von glänzend hellbraunem Augenlicht,
Das schwarze Köpfchen in Mannesfrisur,
Betritt grüßend den Kreis, im Miederchen nett,
Um schneeige Schultern und lächelt kokett.
Johanna, gewappnet mit festem Blick,
Schwingt behend’ sich hinauf auf den Leu,
Mit sanftem Muth und mit selt’ner Treu
Erträgt sie das königliche Genick,
Stolz kreuzt sie die Arme und lächelt dabei
Und die Menge lohnt ihr mit Bravogeschrei.
Die Jungfrau steigt ab und mit Heldenmuth
Fährt in des Panthers Rachen ihr Arm,
Drinn braust’s gewaltig wie Bienenschwarm
Und wilder tobt es in Heißhungers Gluth,
Sie reicht ihm das Becken mit Blut gefüllt
Und gierig, doch langsam den Durst er nun stillt.
Inzwischen sieht man die Königin der Wuth
Gefräßig, schnaubend, spähen ringsum,
Das Mädchen bieget den Nacken krumm,
Und hinten hinauf steigt die wilde Brut:
Den Mörder am Halse, sie lächelt dabei,
Und die Menge lohnt ihr mit Bravogeschrei.
Die zweite Hyäne eilt nun hinan,
Die erste klettert rückwärts hinab,
Johanna Beiden die Fütterung gab,
Ihr strahlender Blick, er hält sie in Bann.
Und dankend entflieht sie dem stürm’schen Applaus,
Der Bändiger führet die Thiere hinaus.