„Mein Freund“, sagt sie mit kalten Mienen,
Erzürnt durch diese Frevelthat,
„Ich habe keine Zeit zu Ihnen,
Ob Robert etwa Kleingeld hat?“

Robert zieht nun den vollen Beutel,
Wie herrlich glänzt darin das Gold,
Doch all sein Suchen war nur eitel,
Denn Wen’ges war’s, was er gewollt.

„Halt, halt, gieb etwas jenem Armen,“
Herrscht nun der Herr den Kutscher an,
Des Letzteren Blick fällt voll Erbarmen
Und Grauen auf den armen Mann.

Er greift hinein in seine Taschen,
Zwei- und Viergroschen sind darin.
Schnell sucht er beide zu erhaschen,
Und wirft sie rasch dem Armen hin.

„Hier Bruder, sind sechs Groschenstücke,
’s ist Alles, was ich geben kann“
„Und“ — sagt er sanft mit feuchtem Blicke —
„Fragt manchmal dort im Giebel an!“

Jetzt rollte fort der rasche Wagen,
Der Kutscher wischt ein Aug’ sich ab:
Er denkt an all die großen Fragen,
Die solch’ Kontrast zu lösen gab.

[Die Knaben.]

Wie Du so viel Thränen weinst!
Ziehest fort, Du lieber Freund,
Seh’n wir uns auch wieder einst?

Weit zieh’ ich, weit übers Meer,
Und ob wir uns wiederseh’n:
Zweifle, zweifle ich gar sehr! —

In die Länder ziehst Du hin,
Wo’s so schön und schwül soll sein?
Kennst Du auch die Kinder drin?