Aufgescheucht flieh’n junge Rehe,
Von dem blut’gen Schauplatz fort,
Doch der Jäger Todes-Nähe
Eilet nach von Ort zu Ort.
Mit der Hast, dem wilden Grimme
Der das Böse gern beschönt,
Der betäubend jene Stimme
Ernsten Mahnens nicht verhöhnt.
Bei dem blut’gen Reh daneben
Steht der Schütze blutig roth:
Räche, Gott, mein schuldlos Leben,
Fleht das Thier vor seinem Tod.
Trotzig glänzt des Waidmann’s Miene
Bei des jungen Rehes Blut,
Und es war, als wenn’s ihm schiene
Heute hätt’ er Glück und Gut! —
„O daß ich den Bock erwische!“
Und so sprengt er rasend fort,
Und bleibt hängen im Gebüsche,
Und das Roß trabt weiter fort.
Schleift den Jäger zu der Haide,
Wo das Thier getroffen liegt,
Still am Boden liegen Beide,
Schuldlos Reh hat obgesiegt!
Endlich macht es eine Runde,
Endlich steht das muth’ge Roß,
Und in selbiger Sekunde
Geht des Jägers Büchse los.
Trifft des Jägers stiere Blicke,
Schmerz durchzuckt sein Angesicht:
Jäger, traue Deinem Glücke,
Deiner wilden Jagdlust nicht!
[Amerika.]
Amerika, Du Land der Träume,
Du Wunderwelt, so lang und breit,
Wie schön sind Deine Kokosbäume,
Und Deine rege Einsamkeit!