[Fest-Romanze.]
Reich bekränzet glänzt die Stadt,
Bunte Fahnen, Flaggen wehen,
Ehrenpforten blühend stehen,
Und des Fürsten Stirn ist glatt.
Gases Flammen, wie im Traum,
Böllerschüsse und Raketen,
Macht die Gegend rings erröthen,
Und das Jauchzen endet kaum.
Ueber’m Knotenstock gebückt,
Steht ein Greis mit langen Haaren,
Düster seine Züge waren:
„Thor und Thoren sind geschmückt“ —
Spricht er lächelnd — „doch fürwahr,
Ehrenhafter würd’ es klingen,
Würde Dir ein Vivat bringen
Unsrer Bettler große Schaar!“
[Atheismus.]
Es gleitet das Schiff durch pechschwarze Klippen,
Schon gähnt es der bannende Abgrund an —
O wollte die Mannschaft den Himmel erblicken —
Der Himmel allein sie erretten kann.
Nichts and’res kann retten — verhüllen die Sterne
Weinend ihr Haupt und strahlen euch nicht —
Und Wetterwolken bedecken am Tage
Der heiteren Sonne weitreichendes Licht. —
Auch außer dem Wetter, im eigenen Herzen
Beginnt ein Kampf um das Ja und das Nein —
Um Höhe und Tiefe und Helle und Dunkel,
Um höheres oder niederes Sein. —
Um Leben für immer, um Sterben für immer —
Um ewigen Unsinn und ewigen Zweck —
O verlöscht nicht das Licht bei der finsteren Brandung —
Das Schiff der unglücklichen Menschheit ist leck.