Englein steigen auf und nieder,
Und der Morgen graut,
Und das Herz der Jungfrau bebet,
Und die Rose thaut.
Einen Blick noch zu dem Himmel,
Einen Dankesblick,
Einen Blick erhab’ner Klarheit,
Ruh’ und Seelenglück.
Und das Haupt die Jungfrau birget
In dem weichen Gras,
Andachtsschauer hebt die Seele,
Und ihr Aug’ wird naß.
„Gieb mir eins noch, Gott der Gnade,
Laß mich dankbar sein,
Treu und dankbar, Gott der Gnade,
Und mein Herz bleib’ rein!“
Wißt ihr wohl, wer so erglühet
Sprach das Dankgebet?
Die’s gewesen, lieber Leser,
Selber vor Dir steht.
[Kanarienvögleins Traum!]
Es bettet sich das Vögelein
In seinem eignen Flaum,
Es hüllet sich das Köpfchen ein,
Und träumt den schönsten Traum.
Vom blauen Himmel — lebenslang —
Vom dunkelgrünen Hain,
Von seinem eigenen Gesang,
Harmonisch klingend, rein;
Von einer schönern bessern Welt
Bei stetem Sonnenschein,
Aus Morgenroth gewebt ein Zelt,
Darunter Groß und Klein;