[Zur Erinnerung.]
Vergißmeinnichtblüthen
Zu pflücken am Strand
Dem Bächlein gebieten
Mit kindischer Hand,
Den Nachen umlenken,
Und wieder zurück,
Die Blüthen verschenken
Mit großmüth’gem Blick:
Das waren die Spiele,
Das kindliche Glück,
O ruft mir Gefühle
Der Kindheit zurück!
[Vogelin-Prinzeß.]
Es war einmal ein Vögelein,
Kanaria von Geschlecht,
Es war so schön, so gelb, so fein,
Wie’s Vögeln eben recht.
Doch ach, das arme Vögelein
Im goldnen Käfig saß,
Und mit den kleinen Aeugelein
Den großen Himmel maß.
Ein frecher Sperling flog vorbei,
Und sang ihr zum Exceß:
„Ich lieb’ Dich bis zur Raserei,
O, Vogelin-Prinzeß!
„O, Vogelin, Dein Köpfchen klein
Gefällt mir gar zu gut!“
Da kocht des stolzen Vögelein
Kanarisch heißes Blut!
Ich mag Dich nicht, ich brauch’ Dich nicht,
Mir ist nach Dir nicht bang,
Wohl sehn’ ich mich nach Himmelslicht,
Und nach des Künstlers Sang!
Doch nach des frechen Sperlings Lied
War mir noch niemals bang,
Denn — singt sie himmlisch — nie erglüht
Mein Herz bei nied’rem Klang! —