Nicht bei der Leidenschaft trübem Feuer,
Nur bei der Weisheit strahlendem Licht,
Schaue die Dinge, die Gott geschaffen,
Das wie und wann, — das ergründest Du nicht.

Schaue die Wunder, die großen und kleinen:
Leuchtende Sterne in düsterer Nacht!
Doch verschmäh’ ob des Glanzes von tausend Sonnen
Keinerlei Rösleins bescheidene Pracht.

O Mensch, Du trittst mit Füßen tausend Wunder,
Und tausend Wunder sie umgeben Dich,
Und tausend Wunder in den Lüften fliegen,
O Mensch, und Du beklagest Dich?

Knie’ nieder in dem weiten Welten-Raume,
Ist’s Tag, so knie’ im goldnen Sonnenschein,
Ist’s Nacht: hoch über Dir die Sterne leuchten, —
Und Dein Gebet sei Dank allein!

[Phantasie.]

Die sanften blauen Lüfte, sie flüsterten mich ein,
Mir träumte, ich sei auf Erden ganz mutterseelenallein:
Es war so bunt und üppig, es war so frisch und grün,
Ich sah zum ersten Male purpurne Rosen blühn!

Ein buntes Heer von Blüthen umgab das Rasenland,
Vergißmeinnicht und Epheu sich um die Felsen wand,
Und tief aus hohem Grase, da schauten lieblich scheu
Hervor die blauen Veilchen, so schüchtern und so treu.

Es wiegten in den Wipfeln der hohen Palmen sich
Die schönsten Papageien und grüßten jubelnd mich;
Mein Herz schlug laut und lauter, doch ich vernahm es nicht,
Denn voller Freud’ und Staunen sah ich ins Sonnenlicht!