Erd’ und Himmel rollen in einander,
Nur ein einzig Sternlein blinket noch,
Wie ein blaues Aug’ im dunklen Wetter,
Strahlt es an dem Himmelszelte hoch.
Jenes Sternlein birget ferne Welten,
Und Dein Blick, er trägt Dich sonnenweit:
Wer rief Stern’ und jenen Sinn der Ferne
In das Leben unsrer Wirklichkeit?
Mast und Segel schwimmen auf dem Meere,
Wer schafft dieses Ungewitters Sturm?
Und die Schlange in den schwarzen Wolken,
Und den kleinen rothen Todtenwurm?
Menschheit, unter Würmern steh’ mir Rede,
Armes undankbar-verwöhntes Kind:
Trägt der Zufall meilenweit die Blicke,
Ist’s nur Zufall, daß wir sterblich sind?
Unser Jammer bürgt für Ewigkeiten, —
Und das offne nimmersatte Grab!
Doch ein Gott erschuf den Sinn der Ferne,
Und wir sinken drum getrost hinab. —
Tausend Mücken tanzen in der Sonne,
Tausend Sonnen in des Himmels Raum,
Bürgt für Wirklichkeit nicht das Gescheh’ne?
Ist die Größe klein genug zum Traum?
O selbst Traumgebilde, sie sind Wahrheit,
Träum’risch nur von uns zusamm’gestellt, —
Was nie war, wird von uns nicht geschaffen —
Aus dem Nichts schuf Gott nur eine Welt! —
[Für die Ostpreußen.]
Düstre Nacht und lange Schatten
Ueber Land und über Meer,
Auf des Vaterlandes Matten
Schleicht das Elend hin und her;