Es schwebt mir auf der Zung’ ein Lied,
Ein frohes sinnig Lied,
Es wächst so rasch, es grünt, es blüht,
Ging ich, so ging’s, schied ich, es schied.
O goldnes Lied, geboren kaum,
Gedankenschwerer junger Traum,
Fürwahr Du bist von Gott gesandt,
Des Himmels süßes Unterpfand.
Das Leben träumt, der Traum er lebt,
Seht, wie er hoch am Himmel schwebt,
Des Dichters Traum, des Dichters Sang,
Es ist der Wahrheit goldner Klang! —
Schwarze Wolken, graue Wolken,
Grau der Kummer, schwarz der Kampf,
Sieh, dort unter grünen Bäumen
Steigt herauf ein weißer Dampf.
Blauer Himmel, goldne Sterne,
Güt’ger Allmacht Zauberlicht,
Strahlend, wachend in der Ferne:
Herr und Gott verlaß mich nicht!
O gieb mir Laut und Stimme,
O gieb mir Wort und Sang,
Daß ich ein Lied anstimme
Für Dich zum Lobgesang.
Laß mich Dein Geist durchdringen,
Dein hoher Gottesgeist,
Ich will’s den Menschen singen,
Wie man Dich, Höchster, preißt!