Es stimmen meines Herzens Saiten,
O Herr, Dir an ein Dankgebet,
Und tausend Stimmen mich begleiten,
Ich sing’ es früh und spät.

Was sing ich denn? Ich singe: „Erhaben,
Hoch über Zeit und Raum,
Bist Du, o Herr, und Deine Gaben
Sind Wirklichkeit, nicht Traum!“

Ich halte still, und juble weiter:
„Das goldne Leben gleicht
Nur einer Sprosse auf der Leiter,
Die bis zum Himmel reicht; —

„Die Jakobsleiter, voller Wesen
— Jahrtausende der Grund —
Aus dem sie werden, sind gewesen,
Ein Chaos, schön und bunt!

„Ein Chaos, Herr, von tausend Sonnen,
Von Sternen, Mondschein-Pracht,
Von kleinen Blüthen, Millionen Wonnen,
Dazwischen Dämm’rung, Traum und Nacht!

„Dazwischen milde Frühlingslüfte
Und Thränenschauer liegt,
Und süßes Hoffen, Himmelsdüfte,
Und was das Herz besiegt!“

Ich juble laut und singe weiter,
„Hab’ Dank, o Herr, dafür:
Wie auf dem Gipfel jener Leiter, —
So preis ich Dich schon hier!“

Und hätte ich nicht im Herzen
Den großen Trost aus der Höh,
Ich wäre ja längst vergangen
Vor Kummer und schwerem Weh!