[912] In seiner, sechs Jahre nach dem Tode des Koppernikus veröffentlichten Schrift »Initia doctrinae physicae 1549« (Die Anfangsgründe der Naturlehre) beschuldigt Melanchthon den Koppernikus, daß er lediglich zur Befriedigung seiner Eitelkeit Irrlehren, die schon das Altertum als bloße Gedankenspiele erkannt habe, verbreitete (L. Prowe, Nicolaus Coppernicus. Bd. I, 2. S. 232). In den späteren Auflagen seiner »Naturlehre« hat Melanchthon diesen Vorwurf zwar abgeschwächt, den ablehnenden Standpunkt gegen die heliozentrische Lehre aber beibehalten. Melanchthon ließ sich von der Überzeugung leiten, daß auch in den Fragen der Naturwissenschaft die Bibel maßgebend sei. Siehe die Abhandlung von E. Wohlwill: »Melanchthon und Copernicus«. Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturw. 1904. S. 260 u. f.
[913] Die kirchliche Behörde, der das Zensoramt oblag und die mißliebige Bücher auf den Index, d. h. das Verzeichnis der verbotenen Bücher setzte.
[914] Giordano Bruno wurde zu Nola im Jahre 1548 geboren. Er durchwanderte lehrend Europa, geriet jedoch mit den herrschenden kirchlichen Dogmen in Widerspruch und wurde, weil er nicht widerrufen wollte, 1600 von der Inquisition zu Rom den Flammen übergeben. Siehe Landsbeck, Bruno, der Märtyrer der neuen Weltanschauung. Leipzig 1890.
[915] De Immenso. L. III. c. 5.
[916] Wie klein erscheint Hegel dagegen, der aus spekulativen Gründen annahm, daß es nicht mehr als 7 Planeten geben könne.
[917] Dilthey, G. Bruno und Spinoza. Archiv der Philosophie. 1894. S. 269 u. f.
[918] Übersetzt von Kuhlenbeck 1893.
[919] Breusing, Gerhard Kremer, genannt Merkator, der deutsche Geograph. Duisburg 1869.
H. Averdunk und J. Müller-Reinhard, Gerhard Mercator und die Geographen unter seinen Nachkommen. J. Perthes, Gotha 1914. VIII u. 188 S.
[920] Die »Kosmographie« erschien 1544 in Basel (zuletzt 1628). Sie kam auch lateinisch (1550), französisch, italienisch usw. heraus.