Nur einen Angstschrei konnte er ausstoßen, als ihn die Bestie erreichte und niederschlug; in demselben Augenblicke aber hatten sich auch die Hunde wieder gesammelt, kamen ihrem jungen Herrn zu Hilfe, zwangen den Bären, ihn loszulassen und folgten dem sich langsam Zurückziehenden in den dichteren Wald.
Da krachten wieder die Büsche und dürren Äste desselben Dickichts, aus welchem vor wenigen Minuten der junge Lobston herauskam, und dessen Vater, ein alter, weißhaariger Greis, sprengte auf den Wahlplatz.
Sein Jagdhemd hing in Fetzen an ihm herunter, sein Gesicht war blutig und zerrissen, und lang flatterten ihm die weißen Locken beim scharfen Ritt um die Stirn. Auf der Hetze hatte er seine Mütze verloren, als er im rasenden Sprung, bei dem Roß und Reiter in den unzerreißbaren Schlingpflanzen hängen geblieben, über eine umgestürzte Eiche hinweggesetzt, gestürzt und gegen einen Baum geschleudert war. Eben wollte er, seinem Pferde die Hacken in die Seite setzend, über den blutigen Fleck hinübersprengen, der Jagd zu folgen, als er seinen Sohn ohnmächtig, das Gesicht der Erde zugekehrt, am Boden liegen sah, und mit krampfhaftem Zucken das Pferd zurückriß, daß es hochaufbäumend sich beinah mit dem wilden Reiter überschlagen hätte.
»William!« rief er mit vor Angst erstickter Stimme, »William – um Gotteswillen antworte, bist Du verwundet?« und alles Andere vergessend, sprang er vom Pferd, das schnaubend und keuchend stehen blieb, und versuchte den Sohn aufzurichten.
Dieser holte nur schwach Athem und schlug mit Mühe die Augen auf, den Vater zu bewillkommnen. Sein Gesicht war todtenbleich und, wie seine vorn ganz aufgerissenen Kleider, mit Blut überzogen.
Der alte Mann kniete neben ihm und legte den Kopf des Kindes auf sein Knie, während der Verwundete zu lächeln versuchte. Da schlugen, nicht sehr weit entfernt, die Hunde wieder wie rasend an, und heulten und jauchzten, daß der alte Jäger unwillkürlich seinen Kopf hob und den bekannten Tönen lauschte.
»Sie haben ihn auf einem Baume,« murmelte William leise.
»Ich weiß wohl, ich weiß wohl,« sagte der Alte, »aber laß ihn da sitzen und laß die Hunde darunter verhungern; ich kann Dich nicht verlassen.«
»Geh – geh,« bat der Sohn – »o laß ihn dießmal nicht entkommen.«
»Aber, William, Du liegst schwer verwundet hier, ich weiß nicht einmal wie schwer und ich sollte Dich jetzt verlassen? nicht um alle Bären in Arkansas – laß mich lieber sehen, wo Dich die Bestie getroffen hat,« und mit vorsichtiger Hand versuchte er die Kleider zu entfernen, um die Wunde zu entdecken; aber ein Schmerzensschrei des Kindes hinderte ihn, und besorgt zog er die helfende Hand zurück.