»Polly«, meinte Charles lächelnd, »ich habe dir schon einmal gesagt, daß mir von zwei Personen als ganz gewiß mitgetheilt ist, du habest dich mit dem einen Franzosen versprochen.«

Polly zog ihre Hand rasch aus der seinen und rief ärgerlich –

»Mit einem Franzosen; ich dächte doch du kenntest mich besser, als daß ich mich an einen der Parlewus hängen sollte. Daß er mir den Hof gemacht hat weißt du, und in Ehren kann man auch ein Geschenk annehmen. Damit ist die Sache aber auch fertig, und wenn du nun noch einmal –«

Ein scharfer, vom Hof gellender Pfiff unterbrach hier ihre Rede, und das Mädchen schrack so auffallend zusammen, daß es Charles selbst in der dunklen Flur auffallen mußte.

»Hallo!« sagte er leise und horchte – Polly wollte nach dem Hof zu gehen, er faßte sie aber am Arm und flüsterte: »bleib nur einen Augenblick hier, Polly – wir gehen gleich zusammen.«

Vorsichtige Schritte wurden jetzt gehört, die fast geräuschlos aber rasch die Treppe hinaufgingen. – Sie verriethen, daß der welcher diesen Weg nahm, ihn schon mehr als einmal gegangen sein mußte. Charles mochte das wohl auch fühlen, denn als die Tritte mehr nach oben verhallten und die Stufen jetzt kaum hörbar im zweiten Stock knarrten, sagte er leise vor sich hinlachend:

»Der kennt jede Stufe im ganzen Haus, darauf wollt' ich schwören. – Also das sind die ersten sechs Pfund, Polly, wie? –«

Das Mädchen stand einen Augenblick wie unschlüssig da – sie erwiederte kein Wort. Endlich als oben eine Thür leise aufging und wieder geschlossen wurde, sagte sie, mehr zu sich selber als zu dem jungen Manne sprechend, und wie nur mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt:

»Er hat mir Geld zum Aufheben gegeben.«

»Für so dumm hätt' ich ihn nicht gehalten«, meinte Charles trocken, – »doch Matrosen wissen überhaupt nicht ihr Geld zu wahren. – Gehe aber jetzt in die Stube, Polly, ich will noch etwas warten, damit kein Verdacht auf dich fällt.«