»Ja, dann kann ich's nicht ändern, Timor,« sagte Jean. – »Es thut mir aber leid – ich möchte dich gern mit haben.«

»Gewiß?« rief der Junge und seine Augen leuchteten vor Freude.

»Gewiß,« erwiederte ihm der junge Matrose – »sieh' zu daß du's einrichtest.«

»Timor,« rief gerade der Capitän – »was hast du da vorn zu suchen, Schlingel? – marsch, hier die Sachen hinunter ins Boot, und dann bleibst du selber unten dabei – was gibt's noch, he?«

»Wer bleibt denn bei Tuwan Hans, Capitän?« frug der Junge schüchtern und sah seinen Herrn von der Seite an.

»Ist der Junge verrückt geworden?« rief aber der Capitän wüthend. »Was zum Donnerwetter geht das dich an, du lederbraune Canaille? – Laß mich noch einmal eine derartige Frage von dir hören, und ich tattowire dir das braune Fell mit blauen und rothen Streifen, daß du deine Freude daran haben sollst. – Marsch, die Sachen ins Boot, und dann das andere, was hier noch liegt auch hinunter, und dann setzest du dich hinten hinein und muksest nicht mehr. – Sind die Flaschen alle unten, die ich dir gestern Abend gegeben habe? – he?«

»Saya Tuwan« – murmelte der kleine Bursche erschreckt, und sprang hin, den Befehl des strengen Gebieters zu erfüllen. – Es wäre nicht die erste Mißhandlung gewesen, die er von seinen Händen zu erdulden gehabt, und er wollte sich dem nicht selber muthwillig aussetzen.

Indessen wurden die Matrosen zusammengerufen sich einzuschiffen. – Der Capitän stand an der Fallreepstreppe – fertig niederzusteigen – alle seine Sachen mit Provisionen und Wasser waren im Boot, und Timor hatte eben das letzte Kistchen – den Peil-Compaß, den sie vielleicht zwischen den Inseln gebrauchen konnten, heruntergebracht. Der erste Mate war ins Zwischendeck gestiegen, Hans loszuschließen, und ihm anzukündigen was der Capitän über ihn beschlossen hätte. Da traten Jean, Bill und François vor, und erklärten dem Capitän, daß sie mit Hans an Bord bleiben und versuchen würden, sich in dem kleinen Boote zu retten. Hans sei zu schwach sich allein zu helfen, und sie wollten ihn nicht umkommen lassen.

Der Capitän wüthete, und befahl ihnen augenblicklich in die Barkasse hinunterzusteigen, Bill aber, der in dieser Sache das Wort genommen hatte, blieb ganz ruhig und erklärte, das Schiff sei ein Wrack und die Mannschaft könne sich retten, wie sie es am zweckmäßigsten halte. Capitän Oilytt, da ihn seine Steuerleute nicht im mindesten dabei unterstützten, sondern eher noch das Betragen der Matrosen zu billigen schienen, sah bald, daß er gegen sie in dieser Sache nichts ausrichten könne, und rief endlich trotzig, sie sollten seinetwegen zum Teufel gehen, aber vorher die Gewehre und Munition, die sie bekommen hätten und die dem Schiff gehörten, wieder abliefern.

»Die Gewehre abliefern, Sirrah?« rief Bill erstaunt – »wollen Sie uns hier von den Wilden, wenn sie in ihren Canoes ankommen, morden lassen? Gott verdamme mich, wenn das nicht zu arg wäre. Dem Schiff gehören die Gewehre, Capitän; der Lohn den wir beim Schiff zu gut haben, gehört auch uns und wir kriegen nicht die Probe davon. – Wenn's blos das wäre, könnten Sie die paar Schießeisen auf Abschlag rechnen.«