»Er hat Pitt's Pferd mitgenommen,« lachte Hennigs, »dem »Niggerfresser« kann das übrigens nichts schaden. Ben muß gestern Abend doch natürlich Alles mit angehört haben, was er über ihn und seine Race sagte, und da verdenk' ich's ihm gar nicht, daß er sich ein Bischen an ihm gerächt hat.«

»O, das thut mir leid, das thut mir sehr leid,« seufzte die Matrone, »hätten Sie das nur verhindern können; ich würde ihm ja so gerne eins unserer besten Pferde überlassen haben.«

Hennigs schwieg und sah vor sich nieder; jetzt nahm aber Lucy das Wort, und rief:

»Er hat's verhindern wollen, Mutter, er hatte ihm schon sein eigenes, einziges Poney gegeben, ich weiß es, aber die Ankunft der Fremden trieb den Flüchtling wieder zurück. Erst später, als Alle hier im Hause waren, muß der Negerknabe zurückgekommen sein noch einmal mit Lebensgefahr das Pferd seines Retters gegen das seines Feindes umzutauschen.«

Hennigs reichte ihr die Hand hinüber und flüsterte:

»Ich danke Ihnen für das freundliche Wort, Lucy: jener Neger scheint aber in der That Rücksicht auf mein Eigenthum genommen zu haben; er ließ selbst meinen Sattel zurück, den er durch darüber hingelegte Bretter vor dem nächtlichen Regen schützte, während er sich selbst mit der schlechtesten alten Satteldecke begnügte, die er in der Geschwindigkeit finden konnte.«

»Wird er aber entkommen?« frug Sally ängstlich.

»Den seh'n wir nicht wieder,« lachte der junge Farmer, »seine Verfolger glauben ihn nördlich, weil er auch zu Fuß und ohne Paß gar nicht anders hätte fliehen können, er ist aber jetzt in anderer, als der in der Zeitung beschriebenen, Kleidung, beritten und mit einem guten Paß östlich, gerade dem Mississippi zugeflohen. In St. Louis wird er sich übersetzen lassen, und einmal in Illinois, droht ihm, unter diesen Verhältnissen, keine Gefahr weiter. Der Goldfuchs ist ohnedem ein Prachtpferd, und muß ihn bald seinem Ziel entgegen tragen.«

»Und Canada liefert ihn nicht wieder aus?«

»Nein, wahrlich nicht; einmal dort, bringt ihn ganz Amerika nicht wieder in Banden; aber wollen wir nicht aufbrechen?«