»Ih nun, daß er an dem Abend meinem Pferd im Walde begegnet und überzeugt gewesen sei, ich würde mir ein Vergnügen daraus machen, es ihm auf wenige Wochen zu überlassen, – der Schuft! – er kenne mein gutes Herz, sagt er, und wünsche mir nur die Verwirklichung des Segens, den die Neger meiner Nachbarschaft schon seit Jahren auf mich herabgefleht hätten; als ob ich nicht wüßte, daß mich die schwarzen Hallunken alle wie die Pest hassen.«

»Und das Pferd?«

»Hat er, Gott weiß durch welche Gelegenheit, nach St. Louis gesandt; es wundert mich übrigens doch, daß ein Nigger ein gestohlenes Pferd zurückschickt.«

»Und sollte es unter den Negern nicht auch brave, ehrliche Leute geben?« frug Mrs. Draper vorwurfsvoll.

»Hm, ja, Madame, mögen da nicht ganz unrecht haben,« sagte der kleine Friedensrichter und machte sich fertig, nach Hause zurückzukehren: »das eine Beispiel spricht wenigstens dafür; doch, ich weiß nicht, es ärgert mich auch wieder, daß uns der schwarze Schuft so zum Narren gehabt hat. Nun, ich will jetzt einmal zu Wallis hinüber und den von der glücklichen Flucht seines Sclaven in Kenntniß setzen. Wird sich auch unmenschlich darüber freuen, ist ein reiner Verlust für ihn von achthundert Dollar.«

Der kleine Friedensrichter bestieg seinen schönen Goldfuchs, den er von diesem Augenblick an Ben nannte, und ritt zum »Squire Wallis« ins nächste County, – den aber sollte er nicht mehr unter den Lebenden antreffen. Ein von ihm mißhandelter Mulatte hatte in Rache und Wuth eine Spitzhacke ergriffen und diese seinem Master in die Schulter gehauen; eine Stunde später war er todt. Der Mulatte floh nun zwar nach der That dem Missouri zu und wollte diesen durchschwimmen, konnte aber der reißenden Strömung desselben nicht widerstehen, und sank in demselben Augenblick unter, als seine Verfolger das Ufer erreicht hatten und eben noch sahen, wie sich die Fluth über ihm schloß.

Das Alles schien übrigens einen höchst wohlthätigen Einfluß auf den Richter Pitt ausgeübt zu haben, er behandelte von da an seine Neger viel besser und freundlicher, und es soll in neuerer Zeit keinem mehr eingefallen sein, ihn den »Negerfresser« zu nennen.

Der Freischütz.
Scene aus dem Dresdner Leben.

Heute, Montag den 26. Februar in Kurfürstens Hof »der Freischütz.« Schauspiel mit Chören, in vier Aufzügen. Um gütigen Besuch bittet

Johann Magnus.