»Bah!« rief ich und warf den Kram wieder von mir, »ist es denn möglich, daß es Esel auf der Welt giebt, die sich durch solche Mittel bethören lassen? Ich bin erst zwanzig Jahre, aber so viel weiß ich, würde –«

»Herr Gott, wie riecht das hier verbrannt!« rief Meier, der in diesem Augenblicke die Thüre aufriß und mit dem ersehnten Kleidungsstücke hereintrat. »Hier muß etwas versengt sein.«

Mir war der Geruch auch schon aufgefallen, doch hatte ich in all' meiner Ungeduld nicht darauf geachtet; Meier dagegen zog gleich darauf den verhängnißvollen Reisesack hinter dem Ofen vor. Die eine Seite desselben – weißer Grund mit rothen Rosen – ich kann mich noch so deutlich darauf besinnen als wenn es gestern gewesen wäre – war gelbbraun gesengt und zu meiner Schande muß ich's gestehen, daß ich eine ordentliche Schadenfreude darüber empfand. Was kümmerte mich aber jetzt der Reisesack, ich fuhr nur – während Meier alle die diversen umhergestreuten Gegenstände wieder ohne große Vorsicht und Ordnung in den Beutel zurückwarf, mit dem Knie, da nicht alles bequem hinein wollte, ein Bischen nachdrängte und dann das Ganze unter das Bett schob – mit wahrer Todesverachtung in die Unaussprechlichen. – Herr der Welt, wenn sie nicht gepaßt hätten – aber nein.

»Triumph!« rief ich und that mit beiden Füßen zugleich einen Luftsprung, »die Intelligenz siegt!«

Sie saßen wie angegossen – nur ein klein wenig zu eng, doch that das nichts – der Schnitt war vorzüglich und ich freute mich – auf mein Bein habe ich mir von jeher etwas eingebildet – wie ein Kind darüber. Kaum nahm ich mir jedoch nur zu einer flüchtigen Spiegelpromenade Zeit, denn unten knallte schon der von dem Dienstmädchen indeß herbeigeholte Droschkenkutscher, warf rasch den Burnus über, ergriff meine Handschuhe, drückte meinen Hut auf und wollte fort.

»Halt,« sagte da Meier und faßte meinen Arm, »wann wirst Du denn wohl wieder zu Hause sein?«

»Wer? ich? Nun nicht zu spät; wenn meine Dame nach Hause fährt, tanz' ich keinen Schritt mehr; auf jeden Fall bin ich um ein oder zwei Uhr spätestens wieder hier.«

»Gut, dann nimm den Hausschlüssel,« erwiederte mir Meier; »ich komme schwerlich so früh heim, denn wir spielen nachher immer noch ein Paar Rubber Whist. – Schläfst Du fest?«

»Nicht außergewöhnlich.«

»So werde ich gerade unter dem Fenster hier, wo Dein Bett steht, in die Hände klatschen – Du magst dann den Hausschlüssel in Dein Taschentuch binden, oder in den Tabaksbeutel dort stecken und herunterwerfen.«