Aus dem Briefsacke des Paquetschiffes »Seeschlange.«
Erster Theil.
Erster Brief.
New York, den 12. März 1848.
Lieber Theodor!
Motto: Freiheit oder Tod.
Ich bin in Amerika – o wenn Du begreifen, wenn Du ahnen könntest, mit welcher wonneathmenden Seligkeit mich der Gedanke durchfluthet, wenn Dir aus dem inneren jauchzenden Jubelmeere meines Herzens nur ein Ton, nur ein Accord jener himmelrauschenden Symphonieen an die Seele donnern könnte, die mich dieser Erde fast entheben, die mich in sinnverwirrendem Freudenrausche nicht ein Mensch mehr, nein ein Engel, ein Gott sein lassen! – dann brauchte ich nicht die kalte Feder zu dem nutzlosen Versuche zu ergreifen, das schildern zu wollen, was sich nicht schildern läßt; das mittheilen zu wollen, was eben nicht mitgetheilt werden kann, was nur empfunden, gefühlt sein will –
»Nenn' es dann wie Du willst – nenn's Glück, Herz, Liebe, Gott –
Ich habe keinen Namen dafür, Gefühl ist Alles –
Nam' ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmelsgluth.«