„Du wirst wohl den Katzenjammer haben,“ sagte der Landrath.
„Schade daß unser alter Doctor von zu Haus nicht hier ist,“ rief Meier — „der würde Dir das Einnehmen ersparen — der hatte ein famoses Mittel.“
„Nun er kanns Einem doch nicht aus dem Magen heraus magnetisiren,“ brummte Klaußen.
„Und doch so was,“ lachte Meier — „es war auch ein Doctor aus der guten alten Zeit, der weder seinen alten breit abgestutzten Frack noch seinen Zopf ablegen wollte, und in der That war ihm der Zopf so nöthig wie seine rechte Hand, denn darin bestand gerade sein Universalmittel.“
„Na nu komm nicht wieder mit Deinen Flunkereien,“ rief Hammerschmidt — „als ob er den Kranken den Zopf eingegeben hätte.“
„Ruhig Hammerstrick,“ sagte Meier — „knurre nicht Pudel. Er gab ihnen allerdings den Zopf ein, denn wenn sich Jemand nicht wohl befand, anstatt wie unsere, jetzt in der Cultur wieder zurückgegangenen Aerzte, diesem ein Brechmittel einzugeben, steckte er ihnen nur den Zopf in den Hals. — Ja ihr braucht gar nicht darüber zu lachen, das hatte er nicht einmal bei allen nöthig, denn seine Methode war so bekannt geworden, und er konnte ja natürlich nur immer den einen Zopf verwenden, daß er vielen Patienten in vorkommenden Fällen nur bloß den Zopf zu zeigen brauchte, um ganz genau dieselbe Wirkung wie bei der strengsten Anwendung zu erzwecken.“
„War das der Doktor mit der platten Nase?“ frug Klaußen während die Andern lachten.
„Ja wohl,“ sagte Meier — „das will nun Klaußen auch wieder nicht glauben — der kleine Kerl hatte eine so platte Nase, daß mich mein Onkel oft versichert, er hätte sich nie anders als mit einer Kneipzange schneuzen können.“
„Ist der Esel da?“ fragte in diesem Augenblick eine laute Stimme mitten in das Gelächter hinein — im Nu war Todtenstille, Alles schaute auf, aber im nächsten Augenblick brach es desto toller los, denn hinter dem Kreis, und ganz unbemerkt herangekommen, stand, etwas verstört aussehend und nun durch das furchtbare Hurrah ganz außer Fassung gebracht, Panning, und sah Einen nach dem Andern verwundert an.