„Gut, gut!“ sagte der Richter, als er zu Schluß kam, und schien mit dem Gehörten vollkommen zufrieden — „sehr gut, den Burschen wollen wir schon kriegen. Er ist ein Mexikaner, nicht wahr?“
„Ich glaube wohl — er trägt wenigstens die mexikanische Tracht.“
„Desto besser — ah Jenkins“, wandte er sich dann zu dem eintretenden Sheriff — „kommt einmal einen Augenblick hierher — setzen Sie sich so lange, Kadisch — wir wollen das bald in Ordnung bringen, ich habe gerade Zeit heute Morgen.“
Er unterhielt sich jetzt eine Zeitlang leise mit dem Sheriff, dieser verließ dann das Zimmer, und wohl eine volle Stunde blieben die beiden Männer allein im Zimmer, ohne auch nur ein Wort mit einander zu wechseln. Die geheimnißvolle Stille unterbrach nur dann und wann der Tabakssaft des Richters, aus dessen Bereich sich Kadisch wohlweislich begeben hatte.
Endlich klopfte Jemand an die Thüre.
„Walk in“ sagte der Richter.
Die Thür ging auf und der Mexikaner José Tonguras trat ein, während der hinter ihm stehende Constable seinen Namen laut ankündigte.
„All right“ sagte der Richter, ohne aber auch nur einmal aufzusehen — „take a seat, José.“[4]
Der Mexikaner war eine kurze, gedrängte, sonnverbrannte Gestalt, mit glänzend schwarzen gelockten Haaren, einer buntgestreiften Sarape, einem Wachstuch überzogenen breitrandigem Hut, an den Seiten bis an die Hüftknochen aufgeschlitzten braun sammetnen Ober- und schneeweißen baumwollenen Unterhosen, weißem Hemde und schwarzgewichsten Schnürstiefeln. Als er ins Zimmer trat, machte er eine halbe Verbeugung gegen den Richter und seinen Ankläger und sagte artig, während er den glänzend blanken Hut mit beiden Händen vom Kopfe nahm: