„Unsinn,“ sagte Starke, der von Natur sehr gutmüthig war — „die Pfanne wollen wir schon herauskriegen,“ und da Niemand etwas dagegen hatte, kroch er unter den Abhang und hatte sie auch bald darauf, gefüllt wie sie war, herausgezogen.

„Das soll die erste Flasche Champagner geben,“ rief Johnny, indem er die Pfanne anfaßte und zum Wasser trug, sie noch rasch auszuwaschen. „Dann wollen wir zu Mittag essen, Kinder, und nachher haben wir Feierabend.“

Hungrig bin ich gerade nicht,“ meinte Erbe.

Hilgen ging indeß mit seiner Frau auf den Arbeitsplatz zurück, die Uebrigen reinigten ihre Maschinen und trugen das ausgewaschene Gold in den Pfannen nach Hause. Nur Erbe, der an diesem Morgen noch kein Handwerkszeug angerührt hatte, ließ seine Hände in den Taschen, und schlenderte langsam seinem Zelte zu, sich etwas Thee zu bereiten und dazu ein Stück Schiffszwieback und Speck zu essen. Anderes war in der Gegend herum kaum zu bekommen.

In der Nähe hielt ein Amerikaner ein Trinkzelt, in dem die Deutschen gewöhnlich des Abends zusammenkamen. Selten aber nahmen sie, außer Johnny, an den in einem Nebenzelt gehaltenen Hazardspielen Theil, sondern hielten sich mehr „an die Getränke“ bis sie den gehörigen Grad geistiger Lebendigkeit erreicht hatten, und zu singen anfingen. Das war dann auch wieder reiner Profit für den Wirth, denn besonders Fischer sang sehr gut und lockte oft damit die ganze stets durstige Nachbarschaft in den kleinen Raum.

An diesem Abend, als einer besonders feierlichen Gelegenheit, waren sie aber außergewöhnlich lustig und Johnny besonders ging ganz aus sich heraus, erzählte tausend Anekdoten aus seiner fröhlichen Gesellenzeit in Frankreich, von der hübschen Meisterstochter, der er sein Herz dort gelassen, und seinen tollen Streichen. Von seiner Auswanderung nach Amerika, der Fahrt nach Californien, den ersten Ansiedlungen dort, und wie ihn dann der Teufel geplagt habe sein Geschäft in San Francisco an den Nagel zu hängen und in die Minen zu gehen.

Wenn er zu diesem Punkt seiner Erzählung kam, wurde er stets melancholisch; denn er hatte damals ein hübsches Vermögen zum Fenster hinaus geworfen. Aber mit einem Satz sprang seine Phantasie nach Frankreich zurück, und er begann dann mit Fuchs französisch zu sprechen.

„Ach was,“ — rief Erbe dazwischen — „tahkt daß man’s unterständen kann — das soll ja der Teufel herauskriegen, was Ihr da mitsammen schwatzt.“

„Mr. Fuchs,“ sagte in diesem Augenblick der Wirth, „heute ist auch ein Brief mit für Sie von San Francisco heraufgekommen — beinahe hätt’ ich’s vergessen, — hier — ein Dollar, funfzig.“

„Briefe?“ rief Johnny aufspringend, — „und keiner für mich? — eine Million für einen Brief.“