„Dennoch, Herr Hilgen,“ sagte Fischer, „schlage ich vor, daß wir Ihnen ein Bischen auf die Finger sehen, oder vielmehr auf die Füße aufpassen, sonst brennen Sie uns doch am Ende trotz aller Brüderlichkeit durch.“
„Donnerwetter, Fischer, halten Sie den Flaschenhals da nicht so lang in den Händen,“ mischte sich jetzt auch Fuchs in das Gespräch. „Mein Glas ist so trocken, daß es ordentlich stäubt.“
„Und nun ein Lied!“ rief Johnny. „Wir sind hier ächte Deutsche, zusammen und müssen singen. Wer fängt an? Du Fischer, Du hast die beste Stimme.“
„Allons enfans de la patrie“ begann dieser.
„Le jour de gloire est arrivé“ donnerte Johnny mit los, um sich durch alle sieben Verse der Marseillaise durchzuarbeiten. Die Anderen tranken. Es war indessen draußen dunkel geworden. Hilgen stand auf, indem er sagte, er müsse noch Feuerholz in sein Zelt tragen, sonst könne seine Frau heute Abend nicht einmal ihren Thee kochen.
„Aber Sie kommen doch wieder, Herr Hilgen?“ fragte Fischer.
„Gewiß, in einer halben Stunde bin ich zurück,“ erwiederte dieser und verschwand aus dem Zelt.
Die „Fahnenwacht“ und eine Menge Lieder kamen nach der Marseillaise an die Reihe. Fischer hatte ebenfalls Champagner aufsetzen lassen. Starke und Fuchs folgten dem Beispiele und es mochte etwa eine Stunde seit Hilgen’s Entfernung vergangen sein, als Johnny, nachdem er das Zelt einen Augenblick verlassen hatte, sich neben Fischer setzte, diesen heimlich anstieß, ihm zublinzte und dann nochmals hinausging. Andere Gäste hatten sich theils um den Tisch gestellt, theils Platz daran genommen. Englische Lieder wechselten bereits mit deutschen ab. Fischer aber, sobald er es unbemerkt ausführen konnte, stand ebenfalls langsam auf, steckte eine frische Cigarre an und folgte Johnny.
Johnny erwartete ihn draußen mit Ungeduld.
„Sie sind wahrhaftig los,“ flüsterte er dem Gefährten hastig zu, als sie das Zelt im Rücken hatten. „Ich hab’s wohl geahnt. Nun komm, Fischer, wir wollen ihnen nach.“