»Nein, zum Teufel, nein!« rief der alte Mann, den Hammer zu Boden schleudernd und den Pflegesohn umarmend. »Sei mir nicht böse, Fritz, es – fuhr mir nur so heraus, und ich – meinte den – Andern,« setzte er scheu hinzu.

»Und hat er es verdient, Vater?« sagte Fritz vorwurfsvoll. »Haben sie ihm da draußen in dem öden Schloß nicht seine ganze Jugend gestohlen? Und wo er Alles verloren, willst Du ihm selbst das vorenthalten, was ihm allein noch gehört – das Herz des Vaters und der Mutter?«

»Und der Mutter,« sagte der Alte düster – »die ihn verkauft hat – wohl bekomm' die Liebe...«

»Vater, reich' ihm Deine Hand; er ist gut und brav geblieben trotz alledem, und wir Beide sind Brüder geworden. Wolltest Du Dich von ihm lossagen? – Hast Du selbst ein Recht dazu?«

»Vater!« sagte Bruno leise und streckte ihm die Hand entgegen.

»Du hast recht, Fritz,« sagte der alte Mann, sich zornig mit dem oberen, aufgekrämpten Theile des Aermels die Stirn wischend; »Scham, Schande und Zorn haben mich ungerecht gegen Dich – gegen ihn gemacht. Komm, Unglückssohn,« fuhr er fort, ihm die Arme entgegenstreckend – »komm, sei mir nicht böse und vergiß den Empfang – Du bist ja unschuldig, und Gott mag es denen verzeihen, die so sündhaft, so schmählich sündhaft an Dir gehandelt haben!«

»Mein Vater!« rief Bruno, und beide Männer hielten sich in heißer Umarmung fest umschlossen.

»Und das ist Karl?« sagte Bruno, als er sich endlich wieder aus seinem Arme wand und dem derben Burschen die Hand entgegenstreckte.

»Ja, Bruno,« sagte dieser treuherzig, »und will auch einen Kuß haben – schwarz bist Du nun doch einmal auf der einen Seite. 's ist auch hübsch von Dir, daß Dich der Titel nicht stolz gemacht hat, und wir wollen schon gute Brüderschaft halten.«

»Und wo ist die Mutter?«