»Ihr zureden, Herr Staatsanwalt,« sagte der Schlossermeister. »Ich kann nicht reden – entweder werde ich zornig oder weichmäulig, und das paßt Beides nicht. Sie verstehen das aber besser, es ist ja auch Ihr Amt und Geschäft. Sie können ihr die Sache aus einander setzen und ihr klar machen, daß die Kinder zum Vater gehören; mir glaubt sie's nicht und bringt dann so hochstylige Redensarten hinein, daß ich gar nicht weiß, was ich ihr darauf erwiedern soll – und das paßt mir nicht.«
»Gut,« sagte Witte, »dann bringen Sie Ihre Frau mit her. Sie wollen doch nur, was recht ist, nicht wahr?«
»Gott soll mich behüten, daß ich je 'was Anderes wollte!«
»Schön, dann hoffe ich Alles in Ordnung zu bringen. Ihre Frau ist ja auch vernünftig und sonst gut und brav.«
»Das ist sie,« nickte der Schlosser, »und war es mir die langen Jahre hindurch, bis auf den Einen Tag, die Eine Stunde, die unser Aller Glück zerstört und zum Fenster hinausgeworfen hat.«
»Und doch wollen Sie sich von ihr scheiden lassen?«
»Ich habe es einmal gesagt, und jetzt muß es sein – es geht nicht anders!«
»Gut. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, und meine Pflicht wohl, Ihnen abzurathen, aber zwingen kann ich Sie nicht; also bringen Sie mir die Frau. Aber noch Eins, auch das kleine Mädchen muß dabei sein, damit gleich Alles abgemacht wird.«
»Das Kind – die Else?«
»Gewiß.«