»Nun, wenn irgend eine gemachte Arbeit abgeliefert wird.«
»Na, das hat bei Euch der Werkführer zu thun? Bei uns thut's der Junge.«
»O,« meinte Fritz, doch jetzt etwas verlegen, »wenn einmal irgend etwas sehr Zerbrechliches vorkommt, was man dem Jungen nicht gut anvertrauen kann. Er ist gar so zerstreut.«
»So?« sagte der Vater und nickte still lächelnd vor sich hin; »ei, wie besorgt der Fritz ist. Das junge hübsche Mädchen drüben hast Du wohl noch gar nicht einmal gesehen?«
»O doch, Vater,« sagte Fritz rasch, und der Alte lachte.
»Ja, kann ich mir denken; aber da laß die Finger von, mein Junge. Das ist nichts für Unsereinen, und ein ehrlicher Handwerker soll sich auch nicht einmal der Gefahr aussetzen, von dem vornehmen Volk abgewiesen zu werden.«
»Aber wie Du nur gleich wieder bist, Vater,« sagte die Frau; »Fritz ist ein ganz schmucker Bursche, und wer weiß denn, ob sich der Herr Staatsanwalt nicht gerade deshalb so genau bei Dir nach uns erkundigt hat. Lieber Gott, er ist doch auch kein Prinz und sie keine Prinzessin.«
»Ne, Alte, da hast Du recht,« sagte der Schlosser; »aber Gleich und Gleich gesellt sich doch immer besser, und ich denke, der Alte hat sich da auch schon sein Part ausgesucht – oder vielmehr das junge Blut selber. Wie ich gerade hinüber ging und anklopfen wollte, kam ein Herr Lieutenant, der junge Baron Wendelsheim, aus der Stube, wo er den Damen jedenfalls einen Besuch gemacht hatte, denn der Staatsanwalt war in seinem Büreau; und wie er Adjes sagte, küßte er der Mamsell nicht allein auf das zärtlichste die Hand, sondern sie wurde dabei auch über und über roth und dachte gar nicht daran, sie wieder fortzuziehen, bis ich ihnen wohl ein bischen in die Quere und nicht besonders gelegen kam.«
»Der junge Herr Baron von Wendelsheim?« sagte die Frau und ihr Blick flog wie forschend nach Fritz hinüber.
»Na, der Alte küßt keinen hübschen jungen Mädchen mehr die Hand,« lachte der Schlossermeister, »oder sie würden sich wenigstens nicht besonders viel daraus machen. Es war der zierige Lieutenant, der immer den – Rücken so dreht, wenn er geht, wie ein coquettes Frauenzimmer – wir haben so ein eigenes Sprichwort dafür. Ich weiß nicht, mein Geschmack wär's nicht. Aber Du lieber Gott, das zweierlei Tuch hat schon manchem sonst vernünftigen Mädel den Kopf verdreht und Unheil angerichtet. Weiß der Himmel, wo's drin steckt; ich kann's nicht begreifen.«