»Und da bringt die Henriette gerade das Frühstück – so, mein Kind, setzen Sie nur hieher,« sagte der Rath, indem er auf dem Tisch, auf welchem es wild genug aussah, ein wenig Platz machte und einen dort liegenden Kamm, sein Rasirzeug mit der Seifenbüchse und ein Paket frisch angebrochenen Schnupftabaks ein wenig bei Seite schob. »Da, so, das soll nicht lange dauern. Aber wo haben Sie denn die Flasche?«

»Ich bringe sie gleich, Herr Rath.«

»Und dann springen Sie einmal zum Kutscher Behrens hinüber, er sollte nur gleich anspannen – er weiß schon – und ein bischen Heu in den Sitzkasten legen; wenn wir zurückkommen, packen wir ihn voll. Und nun, lieber Major, seien Sie so gut, setzen Sie sich und langen Sie zu; wir werden sonst flau, ehe wir hinauskommen.«

Das Frühstück roch allerdings delicat und bestand aus einem sehr schön braun gebratenen Fleischgericht und Brot.

»Alle Wetter,« sagte der Major, der jetzt selber Appetit bekam, »was haben sie denn da, Rath? Das riecht ja vortrefflich.«

»Ja, und schmeckt noch besser,« nickte Frühbach, dessen Augen schon in dem Vorgenusse funkelten; »das ist auch mein Leibgericht: gebratene Kuh-Euter.«

»Kuh-Euter?« rief der Major entsetzt, indem ihm die schon aufgenommene Gabel wieder aus der Hand fiel. »Das ist ja ein schrecklicher Gedanke, Rath! Sie essen Kuh-Euter?«

»Alles,« rief der Mann, indem er sich ein tüchtiges Stück auf den Teller nahm und mit wahrer Wonne hineinbiß – »Alles von der Kuh, bis auf die Klauen und Hörner, aber das Euter und Gehirn am liebsten! Aber schenken Sie sich ein, lieber Freund, schenken Sie sich ein, daß Sie zu Kräften kommen.«

Dem Major war der ganze Appetit vergangen, und er sehnte sich nach einem Glase Wein. Aber auch der zog ihm die Backen zusammen; er war von schnöden Aepfeln gepreßt und herb und bitter.

»Nun, wie schmeckt Ihnen der?«