Das allerletzte Nun.

Am Lebens-Augenblicke

Hängt ewig Wohl und Weh',

Drum denke wohl zurücke,

Wohin Dein Ende geh'!«

Und wieder ein Blitz – wieder ein Schlag, als ob die Erde von einander bersten wollte, und die Fensterscheiben zitterten und klapperten ordentlich dazu. Der Schuhmacher ließ sich aber nicht stören, und ohne eine Miene zu verziehen, setzte er eben zu dem gerade so beginnenden zweiten Vers ein:

»O Mensch, gedenk' an's Ende –«

als es heftig an die Thür pochte und der Gesell, ohne dazu des Meisters Befehl abzuwarten, laut »Herein« schrie. Fast zu gleicher Zeit wurde dieselbe auch geöffnet, und eine etwas corpulente Frau, einen triefenden rothbaumwollenen Regenschirm mit Messinggriff in der Hand, den Hut etwas zerdrückt und jedenfalls von dem Unwetter mitgenommen, das Gesicht geröthet und eben nicht besonders freundlich ausschauend, trat in's Zimmer und warf einen raschen Blick darin umher.

Der Schuhmacher schien dabei keine besondere Lust zu haben, sich in seiner Andacht stören zu lassen, denn er fuhr, ohne auch nur den Kopf nach der Thür umzudrehen, unverdrossen fort:

»Wer weiß, ob nicht noch heut'