»Er war vor acht Tagen bei uns zum Thee.«
»Weil er von mir etwas wegen der Erbschaftsangelegenheit erfragen wollte und Du ihn so nöthigtest, da zu bleiben, daß er hätte grob werden müssen, um es auszuschlagen.«
»Er blieb sehr gern, kann ich Dir sagen.«
»Und hat nachher mit mir und dem Justizrath den halben Abend Whist gespielt.«
»Aber er setzte sich immer so, daß er Ottilien im Auge hatte.«
»Weil ihn der Justizrath bat, den Platz mit ihm zu wechseln, denn das Licht blendete ihn so.«
»Du könntest eine Heilige ärgerlich machen, Dietrich.«
»Weil ich nicht sehe, was nicht da ist?«
»Du hast immer etwas auf den armen Lieutenant gehabt.«
»Ich muß aufrichtig gestehen, daß ich ihn früher nicht besonders leiden konnte,« sagte der Staatsanwalt; »er hatte so etwas Rüdes, oder – ich weiß nicht, wie ich sagen soll – Junkerhaftes in seinem ganzen Wesen. Seit einigen Wochen aber hat er sich sehr zu seinem Vortheil geändert und das letzte Mal sogar merkwürdiger Weise nicht eine einzige Silbe von Pferden erwähnt.«