»Nun,« sagte er nach einer kleinen Weile, indem er ihn von der Seite ansah, »was fehlt Ihnen denn eigentlich heute? Sie schneiden ja ein ordentliches Trauergesicht.«

»Ich komme auch aus einem Trauerhause, Herr Rath.«

»So? Woher denn?«

»Aus Schloß Wendelsheim.«

»Alle Wetter,« rief Rath Frühbach und drehte sich rascher nach ihm um, als er sich sonst zu bewegen pflegte, »der alte Baron gestorben?« Und unwillkürlich überkam ihn ein behagliches Gefühl, denn nach den letzten Vorgängen in Vollmers und mit dem Bewußtsein, was er dort angerichtet und die entsetzliche Frau Müller gedroht hatte, würde er auf gar keine angenehmere Kunde haben denken können. Er sollte sich aber darin getäuscht sehen.

»Nein,« sagte Fritz, »der alte Baron nicht, aber der jüngste, der zweite Sohn, Benno, ist heute Morgen verschieden. Ich komme eben von seiner Leiche.«

»Hm – so?« sagte der Rath, indem er den Stockknopf im Gehen an seine Lippen hielt. »Also der junge Baron – schade!«

»Ja, es war so ein lieber Knabe,« seufzte Baumann, der ihn ganz falsch verstand. »Armes Kind!«

»Hm,« fuhr der Rath fort, dessen Gedanken unter der Zeit mit ihm durchgegangen waren, »der Baron von Wendelsheim hatte nur die zwei Söhne?«

»Er hat jetzt nur noch einen.«