»Wo bist du die Zeit über gewesen?« unterbrach ihn sein Herr.
»Im Stalle unten, zu Befehl, Herr Rittmeister.«
»Laß den Burschen hereinkommen.«
Karl machte rechtsum kehrt, und gleich darauf erschien die graue Livree wieder auf der Schwelle.
»Herr Graf,« sagte der Diener mit einer tiefen Verbeugung, »Se. Exzellenz lassen mit besten Empfehlungen morgen abend um acht Uhr um die Ehre bitten.«
Der Rittmeister antwortete ihm nicht; er sah den Burschen, dessen Erröten ihm nicht entgehen konnte, forschend an und dann wieder schweigend vor sich nieder. Endlich sagte er kalt: »Es ist gut – meine Empfehlung an Seine Exzellenz; ich werde zur bestimmten Zeit erscheinen.«
»Wer war denn der junge Herr, der vorhin bei deinem Herrn Besuch gemacht hat?« sagte der mit der grauen Livree, als er neben Karl über den Vorsaal der Treppe zuschritt.
»Weiß ich nicht,« antwortete, ziemlich kurz angebunden, Karl, »geht mich auch nichts an.«
»Der kommt wohl oft hierher?« fragte der Graue, dadurch nicht im mindesten eingeschüchtert.
»Das weiß ich auch nicht und geht dich wieder nichts an,« meinte aber Karl, »guten Morgen!« und öffnete dem Grauen die Tür.