»Liebes Herz,« beschwichtigte sie ihr Gatte, »wer fragt dort danach, wen kümmert oder geniert es? und es nennen sich so viele Menschen Baron, die – hm, noch eine Tasse Tee, mein Schatz. Ich bin wirklich ganz ausgetrocknet angekommen. – Nun, Silberglanz, Sie sitzen ja ganz versteinert da! An was denken Sie?«
»Ich? sonderbare Frage! an diese unerwartete Nachricht – dieser stille Duckmäuser, dieser Graf Geyerstein!«
»Ja, stille Wasser sind tief, lieber Freund,« bemerkte Frau von Zühbig, »mir haben Sie immer nicht glauben wollen.«
»Aber, gnädige Frau!« rief von Silberglanz, »kein Mensch hat doch eine Ahnung haben können, daß Geyerstein...«
»Kein Mensch?« unterbrach ihn die Dame lächelnd, »wir sind nicht alle so kurzsichtig wie Sie. Fragen Sie die Zahbern, was wir schon vor langen Wochen miteinander besprochen haben.«
»Ich kann noch gar nicht wieder zu mir selber kommen,« stöhnte die Genannte, »es ist zu unglaublich. Und deshalb der lange Urlaub!«
»Er übt noch Entsagung genug,« lächelte Frau von Zühbig, »und wird selber über die Dauer seines Urlaubs ganz das Gegenteil gedacht haben, liebe Franziska.«
»Aber wie geht es den – Leuten?« fragte von Silberglanz, »fühlt sich denn die Dame in solchem Doppelverhältnis wohl?«
»Was kann das uns interessieren!« bemerkte die gnädige Frau.
»Es ist doch immer interessant in psychischer Hinsicht,« sagte von Silberglanz.